Arztpraxis (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa
Troisdorf

Geldbuße für Angriff auf Arzt – Palästinenser geht in Berufung

Er bedrohte einen Arzt mit einem Messer, schlug dessen Frau ins Gesicht und rief drei Mal „Allahu Akbar“. Dafür wurde ein 45 Jahre alter Palästinenser mit deutschem Paß, der im nordrhein-westfälischen Troisdorf im Juli 2016 in die Praxis eingedrungen war, zu einer Geldstrafe von 5.000 Euro verurteilt.

Auch seine an der Tat beteiligten Söhne kamen glimpflich davon: Das Verfahren gegen seinen 19 Jahre alten Filius wurde gegen Zahlung einer Geldbuße von 1.000 Euro eingestellt. Sein 15jähriger Sprößling muß 70 Sozialstunden ableisten.

Angst vor Hinrichtung

Aber der 45jährige war mit dem Urteil nicht einverstanden und legte zusammen mit seinen Söhnen Berufung gegen das Urteil ein, berichtet der Bonner Generalanzeiger. Nun ist das Bonner Landgericht am Zug. Für den Arzt, der ebenfalls in Berufung gegangen ist, dürfte aber auch ein schärferes Urteil wenig Erleichterung bringen. Er und seine Frau sind seit dem Übergriff traumatisiert und in Behandlung.

Nach seinen Angaben hatte der Mediziner jüdischen Glaubens Angst, von den drei Männern hingerichtet zu werden. Dabei begann alles relativ harmlos. Der 19jährige Sohn war wegen eines Wadenbeinbruchs zur Behandlung in der Troisdorfer Praxis. Nach Meinungsverschiedenheiten zwischen Arzt und Patient sei die Behandlung dann aber abgebrochen worden.

Freunde des Patienten sollen daraufhin den Vater angerufen und ihm gesagt haben, sein Sohn sei von dem Arzt beleidigt worden. Der Vater stürmte dann gemeinsam mit dem jüngeren Sohn in die Praxis und schlug der Frau des Mediziners ins Gesicht. Vom Lärm aufgeschreckt trat der Arzt in den Flur.

Drei Mal „Allahu Akbar“ gerufen

Der 45 Jahre alte Vater forderte ihn auf, sich bei seinem Sohn zu entschuldigen und ihm die Hände und Füße zu küssen. Der jüngere Sohn packte den Arzt von hinten und zwang ihn in eine gebückte Haltung. Der Vater habe dann ein Messer mit einer 40 Zentimeter langen Klinge gezückt, so der Generalanzeiger, worauf sich der Arzt wie gefordert entschuldigt habe. Dennoch habe ihm der arabischstämmige Mann weiter gedroht: Er sei Palästinenser und habe schon viele Juden abgestochen. Außerdem soll er drei Mal „Allahu Akbar“ gerufen haben.

Der Arzt zog sich bei dem Übergriff einen Muskelabriß in der Leiste zu. Das Amtsgericht Siegburg schloß allerdings bei der Verhandlung sowohl einen religiösen als auch einen politischen Hintergrund aus. (tb)

Arztpraxis (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

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