Joachim Kuhs
Unisex
Unisex: Gemeinsame Umkleidekabinen gegen Diskriminierung Foto: dpa

SPD-Nachwuchs
 

Berliner Jusos fordern mehr Unisex-Umkleiden

BERLIN. Die Berliner Jusos haben die Einrichtung von mehr Unisex-Umkleidekabinen in den Schwimmbädern der Hauptstadt gefordert. Über einen entsprechenden Antrag soll der SPD-Landesparteitag Mitte November entscheiden, schreibt die Berliner Zeitung.

Nach dem Willen der SPD-Jugendorganisation sollen mehr abschließbare Einzelkabinen in den Berliner Bädern eingerichtet werden. Die herkömmlichen Damen- und Herren-Umkleidekabinen seien nicht ausreichend. „Für Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen wollen, ist das ein Problem“, begründen die Jusos ihren Antrag.

Schwimmbäder, die nur Duschräume für Frauen und Männer haben, sollen demnach durch den Anbau weiterer Duschen mit Einzelkabinen erweitert werden. Die könnten dann neben Transsexuellen auch von Müttern mit Kindern oder Behinderten mit Begleitpersonen genutzt werden, argumentiert der SPD-Nachwuchs.

Kritik kommt von Junger Union

Eine Sprecherin der Bäderbetriebe zeigte sich „grundsätzlich offen“ für den Antrag. In einigen Einrichtungen dienten Behinderten-Kabinen bereits als Unisex-Umkleiden.

Kritik an der Idee äußerte die Junge Union. Deren Landesvorsitzender Christoph Brzezinski sagte: „Die Jusos sollten sich lieber dafür einsetzen, daß ihr SPD-Finanzsenator dafür sorgt, daß in vielen der maroden Bäder auch tatsächlich geschwommen werden kann.“ Ähnlich äußerte sich die Haushalts-Expertin der Berliner FDP. „Völliger Quatsch! Die Bäderbetriebe haben große Probleme mit der Finanzierung und einem Sanierungsstau.“ (ag)

Unisex: Gemeinsame Umkleidekabinen gegen Diskriminierung Foto: dpa
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