Containerunterkunft für Flüchtlinge in Berlin Foto: picture alliance /dpa
Naturschutz

Park soll für Flüchtlinge weichen

BERLIN. Im Berliner Stadtteil Lankwitz soll ein großer Teil des über 100 Jahre alten Baumbestandes des Leonorenparks gerodet werden. Damit soll Platz geschaffen werden für ein Flüchtlingscontainerdorf. Dagegen protestiert die Bürgerinitiative „Park Leonore“ unter dem Motto: „Ja zu Flüchtlingen, aber Hände weg vom Park“. Sie hat eine Petition gestartet.

Der Park sei „Erholungsrefugium für die 220 Bewohner von Haus Leonore und identitätsstiftender genius loci von Lankwitz, das nach der Bombennacht von 1943 solche Orte ansonsten kaum mehr zu bieten hat.“ Die Petition zur Erhaltung des Parks kann auf der Internetseite openPetition unter dem Titel: „Hände weg vom Park des Haus Leonore!“ gezeichnet werden.

Auch die AfD positioniert sich gegen die Fällung der rund 200 Bäume, von denen 50 sogar unter besonderem Schutz stehen.
„Die angeblich notwendige schnelle Unterbringung der Flüchtlinge ist offensichtlich ein vorgeschobenes Argument“, sagte Hans-Joachim Berg, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, der JUNGEN FREIHEIT. „Die wirtschaftliche Nutzung der Parkfläche scheint der eigentliche Grund zu sein.“

Containerwohnungen für Flüchtlinge

Der Park wurde vor über 100 Jahren von dem Berliner Mediziner James Fraenkel angelegt. Heute ist die Vivantes GmbH Eigentümerin des Grundstückes. Sie betreibt dort eine Altenheimwohnanlage. Auf dem Parkgelände sollen 450 Flüchtlinge in Containern untergebracht werden. Laut der Petenten gebe es Platz genug, um die Container für die Flüchtlinge aufzustellen, ohne die Bäume zu fällen.

„Das Bezirksamt hatte zunächst eine Fällgenehmigung verweigert“, berichtete die Berliner Morgenpost. Anfang Februar 2017 gab die Umweltstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg (Grüne), dann aber doch grünes Licht: „Hätte ich die Zustimmung verweigert, hätte der Senat das Verfahren an sich gezogen“, rechtfertigte sie laut der Zeitung ihre Entscheidung. Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sitzt im Aufsichtsrat der Vivantes GmbH, der die AfD vorwirft, sie profitiere unmittelbar davon, daß der Park abgeholzt werde. (mec)

Containerunterkunft für Flüchtlinge in Berlin Foto: picture alliance /dpa

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