Xavier Naidoo: Sorgt mit neuem Album für Negativ-Schlagzeilen Foto: dpa
Neues Album

Claudia Roth wirft Naidoo „Pegida-Sprech“ vor

BERLIN. Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat dem Mannheimer Musiker Xavier Naidoo Haßsprache vorgeworfen. Schon seit Jahren mime der erfolgreiche Sänger der Söhne Mannheims den Verschwörungstheoretiker, sagte Roth der Welt. Nun komme „plumper und gewaltverherrlichender Pegida-Sprech über vermeintlich ferngesteuerte Volksvertreter und das erwiesenermaßen ersponnene Pizzagate“ hinzu.

Unter dem Schlagwort Pizzagate war während des US-Präsidentschaftswahlkampfs im vergangenen Jahr eine Falschmeldung verbreitet worden, wonach zahlreiche Politiker wie Hillary Clinton in einen Kinderpornoring verstrickt seien, der aus einer Pizzeria heraus betrieben werde.

Beck ruft Kulturschaffende auf, „Haltung“ zu zeigen

Auch Roths Parteikollege Volker Beck äußerte scharfe Kritik. „Der Song weist in meinen Augen Tatbestandsmerkmale von Volksverhetzung auf“, sagte er. Auch andere Künstler stünden nur in der Verantwortung. „Nach diesen Äußerungen erwarte ich von Kulturschaffenden, daß sie Stellung beziehen, Haltung zeigen und sich mit diesem Schund nicht gemein machen.“

Zuvor hatten auch andere Politiker wie der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Martin Dörmann, Naidoo heftig kritisiert. Hintergrund ist das neue Album der Pop-Band, „MannHeim“. In dem Lied „Marionetten“ singt Naidoo unter anderem: „Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht / Werden wir einschreiten / Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht / Werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten.“

Naidoos Kritiker verwiesen zudem auf die letzte Strophe des Liedes, in der es heißt: „Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung / Und bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen / Wenn ich so ein’n in die Finger krieg‘, dann reiß‘ ich ihn in Fetzen / Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen.“ (ls)

Xavier Naidoo: Sorgt mit neuem Album für Negativ-Schlagzeilen Foto: dpa

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