UN-Soldaten in Südsudan
UN-Soldaten in Südsudan (Archivbild) Foto: picture alliance / AP Photo

Kommandeur gefeuert
 

UN wirft eigenen Soldaten Feigheit vor

JUBA. Die Blauhelm-Soldaten der Vereinten Nationen (UN) sollen im Südsudan Zivilisten aus Feigheit nicht geholfen haben. Frauen sollen vergewaltigt und gefoltert sowie ein Journalist ermordet worden sein. Das geht aus einem UN-Bericht hervor, über den die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Generalsekretär Ban Ki Moon ordnete die sofortige Entlassung des kenianischen Kommandeurs der Truppe, General Johnson Mogoa Kimani Ondieki, an.

Am 11. Juli griffen südsudanesische Soldaten ein Hotel in Juba an, 1,2 Kilometer vom UN-Stützpunkt entfernt. In ihm waren Mitarbeiter internationaler Hilfsorganisationen untergebracht. Die UN-Soldaten wurden zu Hilfe gerufen. Doch die lehnten mit der Begründung ab, sie seien bereits in vollem Einsatz.

Der Bericht schildert dann, was passierte, als die südsudanesischen Soldaten das Hotel stürmten: Zivilisten wurden „zum Opfer oder zu Augenzeugen schwerer Menschenrechtsverletzungen wie Mord, Einschüchterung, sexueller Gewalt und Taten, die auf Folter hinausliefen“.

Soldaten weigern sich, Streife zu gehen

Der UN-Bericht dokumentiert eine weitere Vergewaltigung am 2. September vor dem Eingang des Blauhelm-Geländes. Die Soldaten hätten trotz der Schreie der Frau nicht eingegriffen. Außerdem würden sich die Soldaten, sie stammen aus China, Indien, Nepal und Äthiopien, weigern, Fußstreifen zu gehen. Sie bevorzugten demnach in ihren gepanzerten Fahrzeugen zu patrouillieren und aus den winzigen Fenstern die Lage zu observieren.

Im Juli waren im Südsudan wieder Bürgerkriegskämpfe ausgebrochen. Die Blauhelm-Soldaten waren erst kürzlich von 12.000 auf 16.000 Mann verstärkt worden. (mec)

UN-Soldaten in Südsudan (Archivbild) Foto: picture alliance / AP Photo
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