DHL-Zusteller
DHL-Zusteller: In Berlin-Weeding bedroht Foto: picture alliance/JOKER

Übergriffe
 

DHL liefert in Problemkieze – aber nicht mehr mit Expreß

BERLIN. Die Deutsche Post DHL hat den Vorwurf zurückgewiesen, es gebe No-Go-Areas in Berlin, in denen der Kurierdienst nicht mehr ausliefere. Hintergrund ist ein Bericht des Berliner Kuriers, wonach die Paketauslieferung in drei sogenannten „Gewaltkiezen“ im Bezirk Wedding gestoppt worden sei, weil Zusteller „Prügel, Drohungen und Erpressungen“ ausgesetzt sind.

„Dies entspricht nicht der Wahrheit“, teilte das Unternehmen nun mit. „DHL Paket stellt natürlich weiterhin alle Pakete zu. Bei allen Paketen erfolgt ein persönlicher Zustellversuch.“ Falls der Empfänger nicht persönlich angetroffen und kein geeigneter Ersatzempfänger in der Nachbarschaft gefunden werde, erfolge die Zustellung in der nächstgelegenen Postfiliale.

Probleme bei Expreß-Sendungen

DHL bestätigte allerdings, es käme bei „zeitdefinierten Expreß-Sendungen“ im Wedding vermehrt zu Betrugsversuchen und Übergriffen auf Kurierfahrer. „Daher wurde – auch in Abstimmung mit den jeweiligen Versendern – entschieden, in wenigen Einzelfällen bestimmte Expreß-Sendungen nicht persönlich auszuliefern.“

Der Empfänger werde „dann ganz zeitnah“ informiert, daß ein Paket in der nächstgelegenen Expreß-Station abgeholt werden können. In ganz Berlin gibt es allerdings nur eine einzige derartige Station. „Die Logistik der Auslieferung von Expreß-Sendungen an Berliner Empfänger erfolgt zentral vom DHL Expreß Depot in Berlin-Wilmersdorf (Forckenbeckstraße)“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT mit. (ls)

DHL-Zusteller: In Berlin-Weeding bedroht Foto: picture alliance/JOKER
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