Demonstration in Dresden

Streit um Galgen bei Pegida

DRESDEN. Pegida-Initiator Lutz Bachmann hat die Kritik an seinem Bündnis wegen eines von Teilnehmern mitgebrachten Galgens auf der Demonstration am Montag zurückgewiesen. Es handele sich um eine „lächerliche Bastelarbeit mit Schreibfehlern“, schrieb Bachmann auf seiner Facebook-Seite. Er monierte, die Presse solle lieber über einen „vereitelten räuberischen Diebstahl durch drei Linksextreme“ schreiben, „welche heute auf Fahrrädern unsere Spendentonnen entwenden wollten“.

Der Galgen, auf denen die Namen von Bundeskanzlerin Angela Merke (CDU) und SPD-Chef Sigmar Gabriel (SPD) standen, sei 1,20 Meter lang gewesen und habe aus dünnen Latten bestanden. „Also kein Verstoß gegen Versammlungsauflagen“, betonte Bachmann. „Sieht so schon ganz anders aus als auf dem martialischen Pressebild, welches den Eindruck eines fünf Meter hohen, massiven Galgens vermittelte.“

Staatsanwaltschaft prüft juristische Schritte

Die Staatsanwaltschaft Dresden kündigte an, sie werde am Dienstag über die strafrechtliche Relevanz des Galgens entscheiden. Der Grünen-Politiker und Blogger Daniel Mack wies auf dem Kurznachrichtendienst Twitter daraufhin, daß es auch auf der Anti-TTIP-Demonstration am vergangenen Wochenende Morddrohungen gegen SPD-Chef Gabriel gegeben hatte:

Insgesamt hatten sich nach Pegida-Angaben am Montag etwa 20.000 Demonstranten an der Kundgebung beteiligt. Das linke Studentennetzwerk „Durchgezählt“ sprach von bis zu 9.000 Teilnehmern. Die Polizei gibt bereits seit Monaten keine eigenen Schätzungen mehr heraus. Diese würden zwar intern erhoben, jedoch nicht mehr veröffentlicht. (ho)

Pegida-Demonstration am Montag in Dresden: Galgen sorgt für Aufsehen Foto: dpa

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