BERLIN. Trotz der bisher schleppenden Verhandlungen mit Griechenland plant die Bundesregierung ein drittes Hilfspaket für Griechenland. „Wenn Griechenland alle Verpflichtungen erfüllt und trotzdem weitere Hilfen braucht, erwägen wir ein drittes Programm“, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Der CDU-Obmann im Haushaltsausschuß, Norbert Brackmann, schränkte jedoch ein, es würden derzeit verschiedene Alternativen durchgeplant. Dazu gehöre ein Austritt Griechenlands aus dem Euro, aber auch ein drittes Hilfspaket, sagte er der Bild-Zeitung.
Gläubiger spielen Pleite durch
Unterdessen bereiten sich der Internationale Währungsfonds, die EU und die Europäische Zentralbank auf eine Pleite Griechenlands vor. Derzeit werden laut einem Bericht der Welt drei Szenarien durchgespielt, die davon ausgehen, daß Griechenland seine Schulden erst später oder gar nicht zurückzahlen kann.
Seit Monaten verhandelt Griechenland mit seinen Gläubigern über die Auszahlung weiterer Hilfsgelder. Bislang besteht jedoch noch keine Übersicht über die aktuelle Finanzsituation des hochverschuldeten Landes. (ho)