Sippenhaftung

Rechtsextreme Verwandtschaft: Brandenburg will Polizistin loswerden

POTSDAM. Die Brandenburger Polizei will eine 37 Jahre alte Polizistin entlassen, weil ihr Bruder sowie ihr Ehemann der rechtsextremen Szene angehören sollen. Die Beamtin soll sich laut Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke nicht ausreichend von der eigenen Familie distanziert haben. „Wir streben ein förmliches Verfahren an, also die Entfernung aus dem Dienst“, sagte Mörke, der zu DDR-Zeiten unter anderem auch für die politische Polizei, einer Art Staatssicherheit der Volkspolizei, im Volkspolizei-Kreisamtes Nauen zuständig war.

Die Polizistin sei bereits am 16. September nach Hause geschickt worden, berichtet die Märkische Allgemeine. Die Grünen forderten zudem die Einrichtung einer unabhängigen Polizeibeschwerdestelle. „An eine solche Stelle hätten Informationen zu den Mißständen auch unter Umgehung des regulären Dienstweges sofort gemeldet werden können“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Brandenburger Grünen, Ursula Nonnemacher. „Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, muß diese Ombudsstelle am Landtag angesiedelt sein, sie darf nicht dem Innenministerium unterstehen.“

Der Fall erinnert an den Umgang mit der Ruderin und Olympiasportlerin Nadja Drygalla. Die Sportlerin mußte 2012 das olympische Dorf in London verlassen, nachdem bekannt geworden war, daß sie eine Beziehung mit einem ehemaligen NPD-Funktionär hatte. (ho)

Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke: War schon Teil des DDR-Unterdrückungsstaates Foto: dpa

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen

All articles loaded
No more articles to load

aktuelles

All articles loaded
No more articles to load