Linkspartei

Bartsch soll Parteifreunde ausspioniert haben

BERLIN. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, Dietmar Bartsch, ließ offenbar jahrelang parteiinterne Gegner ausspionieren. Über Anhänger seines Widersachers Oskar Lafontaine sollen geheime Dossiers angelegt worden sein, berichtete die Welt.

Die 44 Mitglieder des Parteivorstandes sollen seit September 2012 in Listen erfaßt und in ein „Freund-Feind-Schema“ eingeordnet worden sein. Die Funktionäre wurden in den Kategorien „Ost-West-Herkunft“ oder „Einteilung in Parteilager“ erfaßt, angeblich um in parteiinternen Machtkämpfen den Überblick zu behalten.

„Zuverlässig“, „unabhängig“, „Lafodödel“

Auch die politische Gesinnung der Parteigenossen sei Gegenstand des Dossiers. Dabei wurden offenbar die Abkürzungen Z für „zuverlässig“, U für „unabhängig“ und L für „Lafodödel“ verwendet. Als „Lafodödel“ gelten offenbar Anhänger des früheren Fraktionschefs im Bundestag, Oskar Lafontaine.

Bartsch hatte sich immer wieder öffentlich über die Beobachtung seiner Person durch den Verfassungsschutz beklagt. Im Juni 2012 kandidierte er für das Amt des Bundesvorsitzenden und verlor in einer Kampfkandidatur gegen Lafontaine-Anhänger Bernd Riexinger. (fl)

Dietmar Bartsch: Der Linkenpolitiker ließ offenbar jahrelang parteiinterne Gegner ausforschen Foto: picture alliance/dpa

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