Besetzte Schule in Kreuzberg
Besetzte Schule in Kreuzberg: Wieviele Personen leben dort wirklich? Foto: dpa
Kreuzberg

Berlin: Besetzte Asylschule soll Flüchtlingszentrum werden

BERLIN. Nach dem Mord in der von Asylbewerbern seit mehr als einem Jahr illegal besetzten Gerhart-Hauptmann-Schule in Berlin Kreuzberg hat der Bezirk erste Konsequenzen angekündigt. Demnach sollen die zumeist afrikanischen Hausbesetzter das Gebäude räumen, um einem „internationalen Flüchtlingszentrum“ Platz zu machen.

„Für die Umbauphase muß das Hauptgebäude der Schule vollständig leer sein“, heißt es in einem Papier des von den Grünen regierten Bezirks. Ob die Asylsuchenden das Haus allerdings freiwillig räumen, ist unklar. Wie der RBB berichtet, habe es „hitzige Diskussionen“ bei der Vorstellung des Plans gegeben.

Grüne duldeten die illegale Besetzung

Seit der Besetzung hat sich die ehemalige Schule zu einem Kriminalitätsschwerpunkt verwandelt. Die Polizei mußte nach eigenen Angaben das Gebäude mehr als 70mal betreten, um Schlägereien und Drogenhandel zu verhindern. Höhepunkt der Gewaltspirale war der Mord an einem Hausbewohner in der vergangenen Woche. Der Marokkaner war von einem 40jährigen Mann aus Gambia im Streit um die einzige Dusche in dem Gebäude erstochen worden. Die Polizei ermittelt gegen den Verdächtigen wegen Totschlags.

Besonders die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), war deswegen heftig kritisiert worden. Sie hatte die Besetzung und die ausufernde Kriminalität seit Monaten geduldet und eine Räumung der Schule abgelehnt. Zudem wurde das Haus auf Kosten der Steuerzahler renoviert und ein Wachschutz engagiert.

Wie viele Personen sich in dem Gebäude aufhalten, ist nicht bekannt. Derzeit wohnen dort neben den Asylbewerbern auch knapp 50 Zigeuner. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) läßt Ersatzheime für die Hausbesetzter suchen. Diese sollen sich jedoch vor einem Umzug registrieren lassen. (ho)

Besetzte Schule in Kreuzberg: Wieviele Personen leben dort wirklich? Foto: dpa

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