Joachim Kuhs
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Palästinensertuch
 

Piraten-Politiker weist Kritik von Charlotte Knobloch zurück

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Gerwald Claus-Brunner: Der Politiker will seine Kopfbedeckung erst nach der Lösung des Nahost-Konfliktes abnehmen Foto: www.parlament-berlin.de

BERLIN. Im Streit um das Tragen eines Palästinensertuches hat der Berliner Piraten-Politiker Gerwald Claus-Brunner die Kritik der Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses, Charlotte Knobloch, zurückgewiesen. „Den Vorwurf des Antisemitismus weise ich klar von mir“, sagte Claus-Brunner am Donnerstag der Welt.

Über den Kurznachrichtendienst „Twitter“ teilte der Piraten-Politiker am Freitag mit, es sei bedenklich, wenn Menschen pauschal verurteilt würden, ohne daß mit diesen zuvor geredet worden sei. „Die Art und Weise wie die Kopftuchdebatte durchgeführt wird, läßt eigentlich längst in der Vergangenheit verortete Muster wiedererkennen.“ Dennoch respektiere er ihre Knoblochs Meinung, sagte Brunner und machte deutlich, er werde die Kopfbedeckung erst nach der Lösung des Nahost-Konfliktes ablegen.

Angeblich antijüdische Gesinnung

Knobloch hatte ihm am Donnerstag in einem offenen Brief vorgeworfen, durch das Tragen eines Palästinensertuches Nationalismus, bewaffneten Kampf und einen radikalen Anti-Zionismus zu hofieren. Zudem signalisiere Brunner so eine „antijüdische Gesinnung und Sympathie für Gewalttätigkeit im Kampf gegen die westliche Modernität“.

Deswegen sei das Palästinensertuch im Privatleben und besonders in einem deutschen Parlament „absolut fehl am Platz“, sagte Knobloch und forderte den Politiker auf, „sich im Internet über die Herkunft und die Symbolkraft“ des Kleidungsstückes zu informieren. „Ich habe keine Zweifel, daß Sie eindeutigere und weniger mißverständlichere Accessoires finden werden, um ihre politische Grundhaltung zu artikulieren.“ (ho)

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