Arno_Brachert

Berlin
 

Linksextremisten bekennen sich zu Brandanschlag auf Bahnstrecke

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Nach einem Brandanschlag auf eine Bahnstrecke fahndet die Polizei nach den linksextremen Tätern Foto: Pixelio/Arno Bachert

BERLIN. Linksextremisten haben sich zu einem Brandanschlag auf eine Bahnstrecke bei Berlin bekannt. Mit der Aktion solle ein Zeichen gegen die Beteiligung der Bundeswehr am Krieg in Afghanistan gesetzt werden, heißt es in einer Erklärung der nach einem isländischen Vulkan benannten Gruppe „Hekla“. Veröffentlicht wurde es auf der linksextremen Internetseite „Indymedia Linksunten“.

„Deutsche Soldaten morden weltweit. Seit zehn Jahren führt die Bundeswehr Krieg in Afghanistan – ohne Zustimmung der Bevölkerung. Anlaß genug, daß heute nichts so richtig funktioniert. Wir sorgten heute Morgen für eine Entschleunigung der Hauptstadt als Global Player des Rüstungsexportes. Denn hier müssen sich grundsätzlich die Bedingungen ändern, um Kriege zu verhindern“, begründet die Gruppe den Anschlag und ruft zu weiteren Sabotageakten in deutschen und europäischen Großstädten auf: „Die Funktionsfähigkeit der Metropolen und die Kriegshauptstadt Berlin bis zum Stillstand sabotieren – bis kein Kriegsgeschäft mehr getätigt wird, kein Befehl mehr erteilt wird, kein Geld mehr mit dem Tod oder der Bedrohung von Menschen verdient werden kann!“

Laut einem Sprecher der Bundespolizei hatten die Täter zwischen den Bahnhöfen Brieselang und Finkenkrug westlich von Berlin die Abdeckung eines Kabelschachtes entfernt und anschließend die Kabel mit Hilfe von Brandbeschleuniger angesteckt, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Infolge des Anschlags kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Regionalverkehr zwischen Brandenburg und Berlin. Auch der Fernverkehr war betroffen, darunter die Strecke Berlin – Hamburg.

Weiterer Brandsatz im Hauptbahnhof entdeckt

In dem Bekennerschreiben der Linksextremisten war allerdings von mehreren Anschlägen die Rede. Ob die Täter auch für die Brandsätze verantwortlich sind, der am Mittag in einem Tunnel des Berliner Hauptbahnhofs gefunden wurde, ist bislang unklar. Wie ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage der JUNGEN FREIHEIT angab, könne ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden. Die Brandsätze seien mit eine Zündvorrichtung versehen gewesen, hätten aber mittlerweile entschärft werden können. 

Die Linksextremisten hatten nach eigenen Angaben „Brandbeschleuniger und elektronische Zeitgeber verwendet“. Auf die Frage nach möglichen weiteren Brandsätzen sagte der Sprecher der Bundespolizei, derzeit lägen diesbezüglich keine weiteren Erkenntnisse vor, die Beamten würden aber verstärkt nach solchen Ausschau halten.

Erst im Mai hatten Linksextremisten in Berlin einen Brandanschlag auf die Berliner S-Bahn verübt, der zu einem Verkehrschaos im Osten der Stadt geführt hatte. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe namens „Das Grollen des Eyjafjallajökull“. Im November 2010 sorgten linksextreme Atomkraftgegner mit einem Brandanschlag auf ein Kabel der Berliner-S-Bahn für massive Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr. (krk)

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