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SELK weist Kritik am Minarettverbot zurück

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Moschee mit Minarett: Für die SELK nicht mit einer Kirche vergleichbar Foto: Pixelio/Angela Parszyk

HANNOVER. Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) hat Verständnis für das Schweizer Minarettverbot gezeigt und dessen Gegner scharf zurechtgewiesen. In einem Kommentar des Informationsdienstes der Kirche kritisierte Ökumenereferent Gert Kelter die Verunglimpfung der Schweizer durch den Vorwurf einer diffusen Angst: „Es könnte ja durchaus Angst gewesen sein, die die Schweizer mehrheitlich für ein Minarett-Verbot stimmen ließ. Die Frage ist nur: Ist solche Angst vielleicht gar nicht so unbegründet?“

Tatsächlich gehöre es „zum Wesen des Islams“, die Welt zu unterteilen in ein „Gebiet des Islams“, der die im Koran und der Scharia festgelegten Gesetzte befolge, und einem „Gebiet des Krieges“.

Es sei religiöse Pflicht eines Moslems, den islamischen Herrschaftsbereich auszudehnen. „Der ‚Heilige Krieg’ kann natürlich auch friedlich (…) geführt werden, notfalls aber auch mit Gewalt.“ Auch gelte er „in Kairo genauso wie in Köln oder Bern“. Das Ziel der Islamisierung sei, zunächst die mengenmäßige Mehrheit zu erreichen.

Minarette nicht mit Kirchtürmen vergleichbar

Kelter lehnte einen Vergleich mit der christlichen Religion ab: „Eine Trennung von Staat und Glauben kennt und will der Islam nicht.“ Der Muezzin-Ruf des Minaretts sei nicht eine Entsprechung zum christlichen Glockenturm, da er nicht bloß ein Ruf zum Gebet, sondern eine ausdrückliche Ausrufung des „islamischen Absolutheitsanspruches“ sei. „Offensichtlich will sich der Islam gerade nicht (…) an unsere Kultur anpassen, sich nicht integrieren, sondern seine Kultur und seine Gesellschaftsvorstellung exportieren.“

Unbegründet sei die Angst angesichts von Einwanderung und Geburtenrate nicht. Allerdings könne man ihr „nichts anderes als die Re-Christianisierung Europas“ entgegensetzen. Denn der Islam finde mehrheitlich „unreligiöse und nach islamischen und ursprünglich auch mal christlichen Maximen unmoralische Massen“ vor. „Bedauerlich, wenn dann auch noch von seiten der Kirche nichts weiter zu hören ist als politisch korrektes, mehrheitsfähiges Empörungsgehabe und der Hinweise auf eine gewisse ‚Angst’.“

Scheinbar geschlossene Ablehnung des Verbots

Tatsächlich hatte bisher nur die Internationale Konferenz Bekennender Gemeinden (IKBG) öffentlich mit Zustimmung auf das Schweizer Minarettverbot reagiert. Als Grund  für die scheinbar geschlossene Ablehnung von kirchlicher Seite, auch des Vatikans, vermutete Kelter seinerseits eine diffuse Angst vor dem Islam.

So wies Kelter darauf hin, daß noch vor drei Jahren der Privatsekretär von Papst Benedikt VI., Georg Gänswein, öffentlich forderte: „Die Islamisierungsversuche im Westen sind nicht wegzureden. Die damit verbundene Gefahr für die Identität Europas darf nicht aus falsch verstandener Rücksicht ignoriert werden.“ (FA)

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