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Schanzenfest: Hamburger Polizei erwartet Ausschreitungen

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Die Hamburger Polizei rechnet für das Schanzenfest mit Ausschreitungen Foto: Flickr/ReclaBox

HAMBURG. Die Hamburger Polizei rechnet für das Wochenende offenbar mit linsextremistischen Ausschreitungen. Anlaß ist das ab Sonnabend stattfindende sogenannte Schanzenfest, zu dem traditionell zahlreiche gewaltbereite Linksextremisten, aber auch Krawall-Touristen erwartet werden.

In der Vergangenheit kam es während des Schanzenfests regelmäßig zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Gewalttätern und der Polizei.

Derzeit kursieren nach einem Bericht des Hamburger Abendblatts Flugblätter in der Hansestadt, die sich an „Bambule-Fans“ richten und „Tips für den gepflegten Krawall“ geben.

Bereits über hundert Autos ausgebrannt

Als Anschlagsziele werden dem Bericht nach unter anderem Supermärkte, Drogerien, Hotels, Justizgebäude und „Autos, die über 50.000 Euro kosten“, empfohlen. Auch die Polizeiwache 16 im Stadtteil St. Pauli wird genannt. Diese war bereits im Dezember vergangenen Jahres von Linksextremisten angegriffen worden. Der oder die Verfasser des Gewaltaufrufs sind bislang unbekannt. Der Staatsschutz des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen.

Unterdessen reißt die Serie von Brandanschlägen in der Hansestadt nicht ab. In der Nacht zu Donnerstag gingen im Stadtteil Bramfeld sieben Fahrzeuge, darunter Marken wie Mercedes, BMW und Audi, in Flammen auf. Ein weiteres Auto wurde beschädigt. Damit sind in Hamburg seit Jahresbeginn bereits über hundert Autos in Brand gesteckt worden.

Zuvor hatten bereits vermutlich linksextreme Täter mehrere Farbanschläge auf Parteibüros von Politikern in Hamburg verübt. So traf es die FDP-Geschäftsstelle in Hamburg in der Nacht zu Mittwoch. Die Liberalen vermuten, daß die Attacke im Zusammenhang mit dem Schanzenfest steht. Durch solche ritualisierten Gewaltexzesse sollten rechtsfreie Räume geschaffen werden, sagte ein Sprecher der Partei der JUNGEN FREIHEIT.

Auch Grünen-Büro attackiert

Bereits in der Nacht zu Montag hatten Unbekannte das Haus des FDP-Bundestagsabgeordneten und Verteidigungsexperten Burkhardt Müller-Sönksens im Hamburger Stadtteil Niendorf mit Farbbeuteln und Steinen beworfen. Laut Polizeiangaben konnte der FDP-Politiker noch erkennen, daß es sich um drei Täter in dunklen Kapuzenpullovern handelte. Die Angreifer konnten jedoch auf ihren Fahrrädern entkommen.

Ebenfalls betroffen war ein Büro der Grün-Alternativen Liste in Eimsbüttel. Dort bewarfen Unbekannte in der vergangenen Woche den Eingang mit Farbkugeln. Auch das Altonaer Rathaus wurde in der gleichen Nacht angegriffen und mit Farbbeuteln beworfen. Dabei gingen auch vierzehn Fenster des gerade erst renovierten Gebäudes zu Bruch. (krk/vq)

> JF-Dossier zum Thema Linksextremismus

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