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Kopftuch-Verbot
 

Integrationspolitiker kritisieren Alice Schwarzer

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Frauenrechtlerin Alice Schwarzer: Empörung bei türkischstämmigen Integrationspolitikern Foto: Wikipedia/Manfred Werner

DÜSSELDORF. Die türkischstämmige Integrationsbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Aydan Özoguz, hat die Frauenrechtlerin Alice Schwarzer scharf angegriffen. Schwarzer hatte in ihrem gerade erschienenen Buch „Die große Verschleierung“ den Islam kritisiert und ein Kopftuch-Verbot an deutschen Schulen gefordert.

Unter anderem heißt es darin: „Die Taktik der Alt- und Neu-Islamisten ist seit dem 11. September 2001 mehr denn je die Verschleierung: die Verschleierung ihrer Absichten wie die Verschleierung der Frauen.“ Das Kopftuch sei seit der islamischen Revolution im Iran 1979 weltweit die Flagge des radikalen Islam.

„Extrem einseitiges Weltbild

„Alice Schwarzer offenbart in ihrem Buch ein extrem einseitiges Weltbild, das auch die aktuelle politische Debatte bestimmt“, kritisierte Özoguz in der Rheinischen Post. Die Emma-Chefin stelle alle Muslime unter Generalverdacht und diffamiere sie als integrationsunwillig, sagte die Bundestagsabgeordnete.

„Wir sind kein laizistischer Staat, und das soll auch so bleiben. Deswegen bin ich dagegen, daß Religion aus dem öffentlichen Leben verbannt wird – das gilt ausdrücklich auch für Kopftücher“, stellte die SPD-Politikerin klar. 

Auch der Integrationsbeauftragte der Unionsfraktion, Stefan Müller, lehnte gegenüber dem Blatt ein Kopftuch-Verbot ab. Die Religionsfreiheit schließe das aus. „Eine Verbotskultur würde fundamentalistische Kräfte stärken“, warnte der CSU-Politiker. (FA)

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