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Bundesregierung beschließt Wehrdienstverkürzung

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Rollstuhl auf Kasernengelände: Wehrdienst bald ein Pflegefall? Foto: Pixelio/Kickaha Pfalz

BERLIN. Die Bundesregierung hat am Mittwoch die geplante Verkürzung von Wehr- und Zivildienst beschlossen. Künftig soll der jeweilige Dienst statt wie bisher neun nur noch sechs Monate dauern.

Zuvor hatten sich bereits die beiden Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und FDP darauf geeinigt. Die Regelung gilt erstmals für alle Wehr- und Zivildienstleistenden, die ihren Dienst ab dem 1. Juli 2010 antreten.

Hintergrund der geplanten Dienstzeitverkürzung ist ein Kompromiß zwischen der Union, die an der Wehrpflicht festhält, und der FDP, die für eine Abschaffung der Dienstpflicht plädiert. Folge des Beschlusses ist eine Verkürzung der allgemeinen Grundausbildung von drei auf zwei Monate.

Mehrkosten durch Verkürzung

Die Möglichkeit, seinen Wehrdienst in Etappen zu leisten, wird in Zukunft entfallen. „Ich will, daß dieser Wehrdienst der Zukunft als Angebot verstanden wird“, kommentierte Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg die Einigung.

Geplant ist nun, daß der Zivildienst auf freiwilliger Basis auf bis zu ein Jahr verlängert werden kann, da soziale Einrichtungen und Wohlfahrtsverbände vor personellen Engpässen gewarnt hatten.

„Wir gehen davon aus, daß etwa ein Drittel der Zivis freiwillig verlängern wird – in der Regel die besonders Engagierten,“ meinte dazu Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

Nach Infomationen der Financial Times Deutschland könnten auf das Verteidigungsministerium zusätzliche Ausgaben in Höhe von 26 Millionen Euro zukommen, da mehr Rekruten als bislang eingezogen werden sollen und dadurch höhere Kosten für Ausrüstung und Verwaltung anfallen. (vo)

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