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Hannover benennt Lettow-Vorbeck-Allee um

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Titel des 1920 erschienen Buchs von Lettow-Vorbeck: Heia Safari! Foto: Wikipedia/Scheurebe 2000

HANNOVER. Der Rat der Stadt Hannover hat die Umbenennung der Lettow-Vorbeck-Allee im Stadtteil Badenstedt beschlossen. Die nach dem Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika benannte Allee soll künftig Namibiastraße heißen.

In der Ratsversammlung am vergangenen Donnerstag stimmten 34 Abgeordnete für den Antrag des Bezirksparlaments Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, den Namen des Kolonialkämpfers aus dem Stadtbild zu entfernen. 24 Abgeordnete stimmten dagegen.

SPD und Grüne hatten sich für die Umbenennung in Namibiastraße beziehungsweise Namibia-Allee ausgesprochen. Die CDU-Fraktion plädierte dagegen in einem Änderungsantrag dafür, den Namen Lettow-Vorbeck-Allee beizubehalten und lediglich in einem Legendenschild über die Person Lettow-Vorbecks aufzuklären.

Die Verwaltung hatte die Umbenennung der Straße empfohlen, weil deren Namensgebung im Jahr 1937 „unter dem Einfluß der damaligen Ideologie des Nationalsozialismus“ gestanden habe. Eine intensive Überprüfung General Paul von Lettow-Vorbecks als Namensgeber sei erst in jüngerer Zeit erfolgt.

Mehrheit der Anwohner gegen Umbenennung

Mit der Umbenennung könne man deutlich machen, „daß nach heutigem Kenntnisstand eine Namensgebung nach Paul von Lettow-Vorbeck unvereinbar mit den demokratischen Grundwerten und Menschenrechten ist und die Landeshauptsstadt Hannover sich nicht mit den Ideen und Handlungen Lettow-Vorbecks identifiziert“.

Als Alternativen hatte die Verwaltung die Namen „Miriam-Makeba-Straße“, „Namibiastraße“ und „Anita-Augspurg-Straße“ genannt.

Bei einer Befragung von 348 Anwohnern der Lettow-Vorbeck-Allee hatten sich 192 (55 Prozent) Angeschriebene „eindeutig gegen eine Umbenennung“ ausgesprochen. Nur 13 Personen (vier Prozent) waren eindeutig für eine Namensänderung. Für den Fall einer Umbenennung plädierte die Mehrheit der Befragten (32 Personen) für den Vorschlag Namibiastraße.

Namensänderung kostet 2.800 Euro

Als Argument wurde angeführt, daß der Name „kurz und einfach“ sei und sich gut in das angrenzende sogenannte „Afrikaviertel“ einfüge. Daß Lettow-Vorbeck die Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika kommandierte und nicht im zu Deutsch-Südwest gehörenden Namibia, spielte bei der Auswahl der Namensvorschläge offenbar keine Rolle. Die Kosten für die Umbenennung werden auf 2.800 Euro geschätzt.

Lettow-Vorbeck kämpfte im Ersten Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika gegen die Briten und stellte die Kampfhandlungen erst Ende November 1918 ein. Bei seiner Heimkehr im März 1919 wurde dem Pour-le-Merité-Träger in Berlin ein begeisterter Empfang bereitet. Ein Jahr später beteiligte sich Lettow-Vorbeck am Kapp-Putsch. Er erhielt 1964 ein Ehrenbegräbnis der Bundeswehr, bei dem Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel (CDU) die Trauerrede hielt. (krk)

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