Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Auseinandersetzungen zwischen Links- und Rechtsextremisten

BERLIN. Die Polizei in Berlin richtet ihr Augenmerk verstärkt auf gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Links- und Rechtsextremisten. Hintergrund ist eine Schlägerei zwischen mehreren jungen Männern im Stadtteil Friedrichshain Ende vergangener Woche.

Dabei wurde ein 22jähriger Mann aus Berlin von vier Brandenburgern, die der „rechten Szene“ angehören sollen, zusammengeschlagen. Das Opfer erlitt eine schwere Kopfverletzung. Gegen die mutmaßlichen Täter wurde inzwischen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen.

Mittlerweile geht die Polizei davon aus, daß das spätere Opfer sich zunächst aktiv an der Schlägerei beteiligt hatte. Der Zweiundzwanzigjährige soll zu einer „´linken Gruppe`“ gehört haben, die „Anstoß an der Kleidung der ´rechten` Gruppe genommen und einen der vier Brandenburger körperlich angegriffen hatte“.

Staatsschutz ermittelt

Wegen der offensichtlich politischen Tatmotivation ermittelt der Staatsschutz. Ein Mann, der als „linker“ Gewalttäter polizeibekannt ist und vor kurzem zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war, wurde im Zusammenhang dieser Ermittlungen ebenfalls festgenommen.

In der Nacht zu Mittwoch haben 200 „überwiegend schwarz gekleidete Personen“ eine Diskothek angegriffen, die als Treffpunkt von „Rechten“ und sogenannten Hooligans gilt. Dabei wurden die Verglasung des Gebäudes, die Leuchtreklame, die Außentreppe und drei davor geparkte Autos beschädigt.

Laut Polizeibericht wurde auch ein vorbeifahrender Streifenwagen von Steinen getroffen, wobei ein Polizist leicht verletzt worden ist. Als Beamte der Bereitschaftspolizei eintrafen, wurden auch sie mit Steinen beworfen. Die Ermittler gehen davon aus, daß es sich bei diesem Überfall um einen Racheakt von  Linksextremen handelte.

Polizei spricht von „Einzelfall“

Ein Pressesprecher der Polizei teilte auf Nachfrage der JUNGEN FREIHEIT mit, daß der Gewaltexzeß vom vergangenen Sonntag ein „Einzelfall“ gewesen sei, Auseinandersetzungen zwischen „Linken und Rechten“ allerdings häufiger vorkommen.

Wegen einer für Samstag angekündigten Demonstration linker Gruppen halte sich die Polizei in Bereitschaft. Konkrete Hinweise auf geplante Gegenaktionen von Rechtsextremen liegen den Beamten jedoch nicht vor, so der Polizeisprecher gegenüber der JF. (vo)

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