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Statistik: Auch Deutsche haben Migrationshintergrund

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Statistik: 15,1 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund

WIESBADEN. Nicht jede Person, die in Deutschland einen sogenannten Migrationshintergrund hat, stammt aus dem Ausland. Das geht aus den in der vergangenen Woche veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamt hervor.

Demnach verzeichnet das Bundesamt in seinen Zahlen über die Bevölkerung mit Migrationshintergrund nicht nur Ausländer, sondern auch Deutsche, die aus den ehemaligen Ostgebieten in die heutige Bundesrepublik gekommen sind. Bei den 15,1 Millionen Menschen in Deutschland, die laut der Statistik einen Migrationshintergrund haben, handelt es sich daher nicht ausschließlich um Ausländer.

Als Menschen mit Migrationshintergund zählen laut Statistischem Bundesamt alle seit 1950 nach Deutschland zugewanderten Personen und deren Nachkommen. Dazu gehören auch die Deutschen, die nach dem 1. Januar 1950 etwa aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches vertrieben wurden und auf das heutige Staatsgebiet der Bundrepublik übergesiedelt sind oder Aussiedler aus Osteuropa.

DDR-Flüchtlinge werden nicht mitgezählt

Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR seien nicht erfaßt worden, da sie innerhalb des heutigen Staatsgebietes umgezogen seien. Bei der Erstellung der Statistik sei nach Auskunft des Statistikamtes bewußt der 1. Januar 1950 gewählt worden, da bis zu diesem Zeitpunkt die Mehrheit der Vertriebenen bereits in die Bundesrepublik oder die DDR gekommen waren. Ansonsten wäre der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung noch wesentlich höher.

Anfang der vergangenen Woche hatte das Statistische Bundesamt unter Verweis auf den Microzensus 2006 vermeldet, daß die Zahl der Menschen in Deutschland, die über einen Migrationshintergrund verfügen, 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 130.000 Personen auf 15,1 Millionen gestiegen ist. Da im gleichen Zeitraum die Bevölkerung um knapp 100.000 Personen von 82,5 auf 82,4 Millionen zurückgegangen sei, habe sich die Zahl der Personen ohne Migrationshintergrund um 227.000 Personen verringert. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung stieg dadurch von 18,2 auf 18,4 Prozent, teilten die Statistiker mit. Von den Kindern unter fünf Jahren haben ein Drittel einen Migrationshintergrund.

Ausländer machten 2006 mit 7,3 Millionen oder 8,9 Prozent der Bevölkerung etwas weniger als die Hälfte aller Personen mit Migrationshintergrund aus, die Deutschen mit 7,9 Millionen oder 9,5 Prozent der Bevölkerung etwas mehr als die Hälfte. Zur letzten Gruppe zählen auch eingebürgerte Ausländer.

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