Politiker streiten über Türkischunterricht

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Türkischunterricht: Özdemirs Vorschlag stößt nicht überall auf Zustimmung Foto: Pixelio/Gerd Altmann

BERLIN. Die Forderung des Grünen-Parteichefs Cem Özdemir nach mehr Türkischunterricht an deutschen Schulen stößt in der Politik auf ein geteiltes Echo. Zustimmung bekam der Grünen-Politiker vom Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses, Sebastian Edathy (SPD).

Es sei sinnvoll, vermehrt Türkisch als erste oder zweite Fremdsprache im Schulunterricht anzubieten. „Schüler aus türkischen Familien eröffnet man dadurch schulische Erfolgserlebnisse. Und deutsche Schüler bekommen die Chance, die türkische Sprache zu erlernen“, sagte Edathy der Bild-Zeitung.

Auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hat prinzipiell keine Einwände gegen mehr Türkischunterrich. Allerdings gelte für die Schule: „Erst Deutsch, dann Türkisch“, zitiert das Boulevardblatt die Politikerin.

Ablehnung bei FDP und CSU

Kritik kam dagegen vom FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle. Seiner Ansicht nach sei das vordergründige Problem nicht zuwenig Türkischunterricht, sondern die häufig nur mangelhaften Deutschkenntnisse türkischer Jugendlicher.

Noch deutlicher wurde der Generalsekretär der CSU, Theodor zu Guttenberg. Er lehnte Özdemirs Vorschlag mit der Begründung ab, in der Türkei fordere auch niemand staatlichen Deutschunterricht für die dort lebenden Deutschen.

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