Jugendgewalt: Hessen will Reusch als Berater

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Sitz der Berliner Senatsverwaltung für Justiz

BERLIN. Der Fall des in die Kritik geratenen Berliner Oberstaatsanwalts Roman Reusch hat den Wahlkampf in Hessen erreicht.

Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge hat Hessens Justizminister Jürgen Banzer (CDU) seine Berliner Amtskollegin Gisela von der Aue (SPD) in einem Brief darum gebeten, Reusch in einer länderübergreifenden Expertengruppe zur besseren Bekämpfung der Jugendkriminalität einsetzen zu dürfen.

Die von Reusch geleitete Abteilung „hat sich bei der effektiven Verfolgung von Intensivtätern über Berlin hinaus große Anerkennung erworben. (…) Es wäre ein Gewinn für die Bekämpfung der Jugendkriminalität, wenn Herr Oberstaatsanwalt Reusch sein Wissen und seine Erfahrung in die hessische Arbeitsgruppe einbringen könnte“, zitiert die Zeitung aus dem Brief. Justizsenatorin von der Aue müßte Reuschs Mitarbeit in der Expertengruppe genehmigen.

Anfang der Woche war bekannt geworden, daß Reusch seinen Posten als Leiter der Abteilung für jugendliche Intensivtäter verliert und zur Generalstaatsanwaltschaft versetzt wird. Hintergrund sind Reuschs Forderungen nach einem härteren Vorgehen gegen ausländische jugendliche Gewalttäter.

Unterdessen hat der Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD) die Versetzung kritisiert: „Reusch ist der intimste Kenner der Berliner Straftäter-Szene. Ich halte die Versetzung für sehr bedenklich. Das riecht nach Management à la Champignon: Wer den Kopf rausstreckt, bekommt ihn abgeschnitten“, sagte er der Bild-Zeitung.

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