England: Kinder unter Rassismusverdacht

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Bald unter Beobachtung? Kinder in einem Kindergarten Foto: Wikipedia

LONDON. Britische Kindergartenkinder, die auf scharf gewürzte Speisen aus Übersee mit Ausrufen wie „Bäh“ oder „Igitt“ reagieren, sollen den Behörden gemeldet werden. Das sieht ein 366seitiger Maßnahmenkatalog der britischen Kinderschutzbehörde The National Children’s Bureau (NCB) vor, mit dem Rassismus bei Kleinkindern bekämpft werden soll. Das NCB erhält jährlich öffentliche Fördermittel in Höhe von umgerechnet 18 Millionen Euro.

Nach einem Bericht des Telegraph richten sich die Instruktionen an Kindergärtnerinnen und Erzieher, die „wachsam“ sein sollten bei „rassistischen Zwischenfällen unter Kleinkindern in ihrer Obhut“. Spielgruppenleiter sollten sogar Babys in die Bestrebungen einbeziehen, Vorurteile gegenüber Andersartigen abzubauen.

„Rassistisches Verhalten“ zeige sich bei Kindern im Kindergartenalter beim Gebrauch von Schimpfwörtern, unbedachten Bemerkungen und im Verhältnis zu Gleichaltrigen. Die Handreichung des NCB rät Erziehern zu besonderer Wachsamkeit, wenn Wörter fielen wie „Blackie“, „Pakis“ (umgangssprachliche, abwertende Bezeichnungen für Schwarze beziehungsweise Pakistaner), „diese Leute“ oder „sie riechen“.

Erzieher sollen sofort reagieren

Weiter wird gewarnt, Kinder könnten „negativ auf eine andere als die eigene kulinarische Tradition reagieren, indem sie ‘Igitt’ äußerten“. Erzieher müßten sofort darauf reagieren: „Kein rassistischer Zwischenfall sollte ignoriert werden. Sofern ein eindeutiger rassistischer Vorfall vorliegt, ist es notwendig, ihn sofort unmißverständlich zu verurteilen.“ Andernfalls werde dem Kind suggeriert, daß an einer solchen Einstellung nichts auszusetzen sei.

Die Kindergärten werden aufgefordert, den örtlichen Behörden „so viele Zwischenfälle wie nur möglich“ zu melden. Auch wenn manche Leute der Ansicht seien, das werfe ein schlechtes Licht auf die Einrichtung, „so ist es tatsächlich genau umgekehrt“.

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