Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Dresden gedenkt seiner Zerstörung

Frauenkirche
Die Frauenkirche in Dresden: Symbol des Wiederaufbaus

DRESDEN. In Dresden wird heute an die Zerstörung der Stadt durch alliierte Bomberverbände vor 63 Jahren erinnert.

Neben der morgendlichen Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof der Stadt, auf dem zahlreiche Opfer der Bombenangriffe beigesetzt wurden, findet am Abend die traditionelle Trauerkundgebung der Bevölkerung vor der wiederaufgebauten Frauenkirche statt.

Um 21.45 Uhr, dem Zeitpunkt, an dem am 13. Februar 1945 Luftalarm ausgelöst wurde, werden die Glocken der Stadt läuten. Insgesamt sind für heute und die kommenden Tage 40 Gedenkveranstaltungen in der sächsischen Landeshauptstadt geplant.

Weiter Streit über Opferzahlen

Bei den Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomberverbände am 13., 14. und 15. Februar 1945 war das Stadtzentrum der Elbmetropole mit seinen zahlreichen Baudenkmälern fast vollständig zerstört worden. Die genaue Zahl der Opfer ist bis heute unklar. Nach Ansicht von Historikern sind mindestens 25.000 Menschen ums Leben gekommen, manche Schätzungen gehen von bis zu 250.000 Toten aus. Seit 2005 versucht eine von der Stadt eingesetzte Historikerkommission die genaue Zahl der Opfer festzustellen.

Zeitgleich mit dem Gedenken an die Bombenopfer von Dresden hat die Große Koalition in Sachsen gestern eine Einschränkung des Demonstrationsrechts auf den Weg gebracht. Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf soll das Verbot von als rechtsextremistisch eingeschätzten Versammlungen an besonderen Gedenktagen und -orten erleichtern.

Nach Angaben von Justizminister Geert Mackenroth (CDU) solle mit der Änderung des Versammlungsgesetzes die Würde von Opfern des Nationalsozialismus geschützt werden. Die Gesetzesänderung richtet sich ausdrücklich gegen die im Jahr 2000 erstmals von der NPD-nahen „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“ organisierten Trauermärsche in Dresden, an denen sich in den vergangenen Jahren bis zu 5.000 Menschen beteiligt hatten.

Linke Gegendemonstration

Künftig könnte den Organisatoren der Trauermärsche untersagt werden, am 13. und 14. Februar in der Dresdner Innenstadt zu demonstrieren. Der Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Fritz Hähle,  bezeichnete die Demonstrationen am Tag der Zerstörung Dresdens als ein Ärgernis für Demokraten, dem Grenzen gesetzt werden müßten.

In diesem Jahr sind sowohl für heute als auch für den kommenden Sonnabend Demonstrationen zum Gedenken an die Bombenopfer angemeldet worden. Linke Organisationen haben wie in den vergangenen Jahren eine Gegendemonstration angekündigt.

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