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Ungarn erinnert an Vertreibung

Mit einer Gedenkveranstaltung im Parlament in Budapest hat Ungarn heute an die Entrechtung und Vertreibung der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg erinnert.

Auf Einladung der ungarischen Parlamentspräsidentin Katalin Szili hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) eine Rede vor dem ungarischen Parlament. Lammert bezeichnete die Konferenz, an der auch Vertreter der ungarndeutschen Landsmannschaft teilnahmen, als „ein Zeichen der Aufrichtigkeit“. Diese Aufrichtigkeit mache erst eine gemeinsame Zukunft möglich. Da jede Kultur auf Erinnerung beruhe, gelte für die Europäer, „daß wir uns im Interesse der gemeinsamen Zukunft um ein gemeinsames Verständnis der Vergangenheit bemühen müssen“, sagte der Bundestagspräsident. Dies sei schwierig, aber möglich und nötig ganz gewiss.

Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, würdigte das Engagement der ungarischen Parlamentspräsidentin. Szilis Einsatz „für das Erinnern an das Schicksal der vertriebenen Deutschen war und ist europaweit singulär“, sagte Steinbach. Die Postkommunistin Szili hatte die Regierungsdekrete, die als Grundlage für die Vertreibung und Enteignung der Deutschen in Ungaren dienten, kürzlich als „Dokumente der Schande“ bezeichnet.

Dekrete waren nach dem Ende des kommunistischen  Regimes in Ungarn vom Verfassungsgericht außer Kraft gesetzt worden. Das ungarische Parlament hatte bereits 1990 die Vertreibung der Deutschen verurteilt und sich bei den Opfern und ihren Nachkommen entschuldigt.

Aus Ungarn waren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs rund 200.000 Deutsche vertrieben worden. 1946 wurden 150.000 Deutsche in die amerikanische Besatzungszone ausgesiedelt, 1947 und 1948 gelangten rund 50.000 Ungarndeutsche in die sowjetische Besatzungszone. Dies entsprach etwa vierzig Prozent aller zuvor in Ungarn lebenden Deutschen. Heute leben in Ungarn noch rund 60.000 Deutsche. Seit 1994 verfügen sie über eine kommunale Selbstverwaltung.

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