Migranten auf Lesbos: Unterstützt von Schleppern? (Archivbild) Foto: picture alliance / ZUMA Press
Migranten auf Lesbos: Unterstützt von Schleppern? (Archivbild) Foto: picture alliance / ZUMA Press
3.000 Migranten geschmuggelt

Griechische Polizei verhaftet deutsche NGO-Mitarbeiter wegen Schlepperei

ATHEN. Die griechische Polizei hat auf Lesbos einen Schlepperring gesprengt, zu dem auch vier Nichtregierungsorganisationen (NGO) gehören sollen. Unter den 35 Festgenommenen befanden sich 33 NGO-Mitglieder aus Deutschland, Österreich, Spanien, Norwegen, Frankreich, Bulgarien und der Schweiz, berichtet die Zeitung Protothema am Montag online. Zudem werde gegen einen Iraner und einen Pakistaner ermittelt.

Demnach geht die Polizei davon aus, daß die Verdächtigen im vergangenen Juni mit ihrer Arbeit begonnen hätten. Sie sollen seither 32 Mal Überfahrten für Migranten organisiert und dabei mehr als 3.000 illegale Einwanderer und Flüchtlinge nach Griechenland gebracht haben.

Details über Moria ausgetauscht

Der Schmugglerring habe geschlossene Gruppen und Internetanwendungen genutzt, um Informationen auszutauschen, beispielsweise wo die Boote abfahren und ankommen würden. Zudem hätten sie Details über das Flüchtlingscamp Moria auf der Insel Lesbos ausgetauscht. Die Polizei versuche nun, die Finanzflüsse der Gruppierung zu verfolgen.

Ein Schlepper hatte im vergangenen Jahr italienischen Journalisten bestätigt, er arbeite mit Flüchtlingshilfsorganisationen zusammen.

Schlepper: „Ja, wir sind in Kontakt mit Sea-Watch“

Bereits in der Asylkrise 2015 und 2016 hatte es Berichte und Fotos gegeben, die zeigen, daß Migranten bei ihrer Einreise von Nichtregierungsorganisationen unterstützt wurden. Darunter befanden sich auch Deutsche. (ls)

Migranten auf Lesbos: Unterstützt von Schleppern? (Archivbild) Foto: picture alliance / ZUMA Press

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