Neue US-Sanktionen

Erdogan: „Sie haben den Dollar, wir haben Allah“

ANKARA. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat ausländische Mächte für die Talfahrt der Lira verantwortlich gemacht. Zuletzt kostete ein US-Dollar mehr als sieben Lira. Das ist so viel wie noch nie seit der Währungsreform 2004, als sechs Nullen gestrichen wurden. Die Inflationsrate liegt bei über 15 Prozent.

Erdogan rief seine Landsleute in einer Rede am Freitag dazu auf, Devisen zur Bank zu bringen und sie in Lira zu tauschen. Dies sei „die Antwort meines Volkes auf jene, die einen Wirtschaftskrieg gegen uns erklärt haben“, sagte er in Anspielung auf Sanktionen der USA laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.

Neue Zölle auf türkische Exporte

Im Streit mit der US-Regierung geht es um den seit dem Putschversuch von 2016 inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson. Die türkische Regierung sieht ihn als Faustpfand, um die Auslieferung des im amerikanischen Exil lebenden türkischen Predigers Fethullah Gülen zu erzwingen, den Erdogan für den versuchten Staatsstreich verantwortlich macht.

Neben den bereits vergangene Woche beschlossenen Sanktionen gegen zwei türkische Minister kündigte Trump am Freitag die Verdopplung der Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumexporte an. „Unsere Beziehungen mit der Türkei sind nicht gut zu diesem Zeitpunkt“, begründete Trump auf Twitter die Maßnahme. Für Aluminium werden in Zukunft Zölle von 20 Prozent, für Stahl von 50 Prozent greifen.

Für Erdogan kein Grund, kleinbeizugeben. „Sie haben den Dollar, wir haben Allah“, zitierte ihn Anadolu. Der Dollar werde der Türkei nicht im Weg stehen. Es brauche eine „nationale Anstrengung“. Er bekräftigte: „Wir werden unser Land entschieden gegen wirtschaftliche Angriffe verteidigen.“ (tb)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Foto: picture alliance / Photoshot

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