Rede vor dem EU-Parlament

Papst fordert mehr Hilfe für Asylbewerber

BRÜSSEL. Papst Franziskus hat die Europäische Union aufgefordert, mehr für Asylbewerber zu unternehmen. „Man kann nicht hinnehmen, daß das Mittelmeer zu einem großen Friedhof wird“, sagte er vor dem EU-Parlament. Europa werde imstande sein, die mit der Einwanderung verbundenen Probleme zu bewältigen, „wenn es versteht, in aller Klarheit die eigene kulturelle Identität vorzulegen“.

Es müßten sowohl die Rechte der europäischen Bürger geschützt und „zugleich die Aufnahme der Migranten“ garantieren werden. Franziskus forderte die EU-Staaten auf, ihre internen Streitigkeiten zu beenden und den „Herkunftsländern der Migranten bei der sozio-politischen Entwicklung“ zu helfen.

Bewahrung der europäischen Identität

Zugleich warnte der Papst davor, daß die Bürger das Vertrauen in die EU verlieren würden. „Ihnen, verehrte Mitglieder des Parlaments, kommt als gesetzgebende Instanz die Aufgabe zu, die europäische Identität zu bewahren und wachsen zu lassen, damit die Bürger wieder Vertrauen in die Institutionen der Union und in den Plan des Friedens und der Freundschaft gewinnen, der das Fundament der Union ist.“

Die großen Ideale, die Europa inspirierten „scheinen ihre Anziehungskraft verloren zu haben zugunsten von bürokratischen Verwaltungsapparaten seiner Institutionen“, kritisierte Franziskus. Europa habe es dringend nötig, „sein Gesicht wiederzuentdecken, um im Frieden und in der Eintracht zu wachsen, denn es selbst ist noch nicht frei von Konflikten“. (ho)

Papst im EU-Parlament: Identität Europas bewahren Foto: dpa

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