Joachim Kuhs
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Gedenktag
 

Israelischer Politiker warnt vor Instrumentalisierung des Holocausts

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Der Knessetabgeordnete Moshe Feiglin Foto: likud.org.il

JERUSALEM. Der israelische Knessetabgeordnete Moshe Feiglin (Likud) hat vor einer Instrumentalisierung des Holocaust gewarnt. „Israel hat fälschlicherweise den Holocaust als ein Mittel genutzt, unsere Existenz und Souveränität zu rechtfertigen“, sagte er der israelischen Tageszeitung Maariv. Ausländische Staatsgäste sollten zudem nicht mehr in die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geführt werden. Gegenüber der Jerusalem Post sagte Feiglin:„Sie stellen es so da, als ob wir einen jüdischen Staat nur wegen des Holocausts haben.“

Dies würde jedoch eine neue Generation von Europäern nicht mehr überzeugen, der es mehr um Rechte als um pragmatische Argumente gehe. „Die fehlerhaften Argumente der anderen Seite, daß dieses Land ihnen gehöre sind überzeugender als die pragmatischen Argumente, was passieren würde, wenn es keinen jüdischen Staat geben würde.“ Der Grund für den Staat Israel sei nicht Sicherheit, sondern „unsere nationalen Ziele“.

Jedoch solle der Holocaust das jüdische Volk lehren, nicht nur physisch sondern auch moralisch immer stark zu sein. „Wenn wir nicht die tiefe Berechtigung unserer Existenz hier im Land verstehen, wird uns keine Armee der Welt helfen“, sagte er. Moshe Feiglin repräsentiert eine religiös-orthodoxe Gruppe innerhalb der Likud-Partei von Benjamin Netanyahu. Hintergrund der Äußerungen ist der am Montag in Israel stattfindende nationale Holocaust-Gedenktag. (tb)

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