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Afghanistan
 

Gefallener KSK-Soldat löst Sicherheitsdebatte aus

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Bundeswehr im Einsatz: Deutscher KSK-Soldat gefallen Foto: Bundeswehr/Waymann Lizenz: https://bit.ly/ZxsjDa

BERLIN. Nach dem Tod eines Soldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) während eines Gefechts im Norden Afghanistan ist in Deutschland eine neue Debatte über den Afghanistaneinsatz entbrannt. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Rainer Arnold, forderte mehr Transparenz bei KSK-Einsätzen. „Ich bin der Auffassung, daß die Geheimhaltung bei KSK weit überzogen ist.“

Konkret forderte Arnold, den Verteidigungsausschuß künftig genauer über die Operationen der deutschen Eliteeinheit zu informieren. Dadurch könne auch eine „Mythenbildung“ verhindert werden. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) warnte unterdessen vor einem Strategiewechsel der Bundeswehr in dem umkämpften Land.

Niebel warnt vor Strategieänderung

Die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte sei der einzige richtige Ansatz, um die Verantwortung für die Sicherheitspolitik im Land vollständig an die Regierung in Kabul zu übergeben. „So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, daß wir uns mehr und mehr zurückziehen können. Unsere Strategie bleibt trotz dieses tragischen Vorfalls richtig.“

Der 34 Jahre alte KSK-Soldat war am Sonnabend bei einem Gefecht mit den radikalislamistischen Taliban gefallen. Die deutschen Truppen waren zuvor von der afghanischen Armee um Hilfe gebeten worden, um die Taliban aus dem Gebiet zu vertreiben. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich entsetzt über den Verlust gezeigt. „Das ist eine schmerzliche, bittere Nachricht. Sie erschüttert uns alle.“ Die Bundeswehr und ganz Deutschland trauerten um den Gefallenen. „Ich bin unendlich traurig“, betonte der Minister.

Die Grünen nutzten die Debatte, um ein Sonderprogramm für die afghanischen Helfer der Bundeswehr zu fordern, die von den Taliban bedroht würden. Der Bundestagsabgeordnete Tom Koenigs sprach sich für eine Art Greencard aus, um die Afghanen in Deutschland aufnehmen zu können. Demnach seien etwa 1.500 von ihnen nach einem Abzug der Bundeswehr gefährdet. Diese seien jedoch oftmals hochqualifiziert und sprächen ein gutes Deutsch. Die Kosten für die Aufnahme dieser Personen seien gering, betonte Koenigs. (ho)

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