Korruption
 

EU-Staaten veruntreuen 120 Milliarden Euro im Jahr

GÖTEBORG. Jährlich verschwinden innerhalb der Europäischen Union Milliarden von Euro bei staatlichen Aufträgen. Die EU-Kommissarin für innere Sicherheit, Cecilia Malmström, schätzt die Gesamtsumme auf rund 120 Milliarden Euro im Jahr. Laut Transparency International habe die Korruption in den neuen EU-Ländern Tschechien, der Slowakei und Ungarn tendenziell zugenommen. Insbesondere in den Euro-Krisenländern Griechenland, Portugal und Spanien sei die Situation deutlich schlechter geworden.

Als korruptionsärmste EU-Länder gelten Dänemark und Finnland, heißt es in dem Beitrag von Malmström für die schwedische Tageszeitung Göteborgs-Posten. Nur jeder vierte Däne ist demnach der Ansicht, daß staatliche Stellen korruptionsanfällig sind. Dagegen gaben drei von fünf Unternehmern in Tschechien an, nur mit Bestechung an Staatsaufträge zu gelangen. Beim Schlußlicht Griechenland sind 99 Prozent der Befragten der Überzeugung, in ihrem Land herrsche Korruption.

Malmström gab zu, daß auch EU-Institutionen in Korruptionsfälle verwickelt sind. Als Gegenmaßnahme kündigte die Kommissarin jährliche Berichte und unverbindliche Handlungsempfehlungen für jedes der 27 Mitgliedsländer an. (FA)

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