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Großbritannien
 

Britischer Bestseller-Autor Forsyth verteidigt Referendum über EU-Verbleib

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Regent Street London: Frederick Forsyth verteidigt das geplante Referendeum über einen Verbleib in der EU Foto: Heike/pixelio.de

MÜNCHEN. Der britische Bestseller-Autor Frederick Forsyth hat die geplante Volksbefragung über den Verbleib seines Landes in der EU verteidigt. Die meisten Briten hätten genug „von all den Lügen, von dem enormen Transfer unserer Selbstbestimmung nach Brüssel. Genug auch von der Abgehobenheit und Arroganz der Brüsseler Eurokraten, von unserer ständigen Kapitulation vor ihnen, von den Milliarden und Abermilliarden an vergeudetem Geld, vom langen Tod der Demokratie“, schrieb Forsyth in einem Beitrag für den Focus.

Die Engländer glaubten, ihr Heimatland sei ihnen mit Lüge und Betrug geraubt worden und nun wollten sie es zurück, unterstrich der EU-Kritiker.

„Die EU ist nicht Europa“

Der britische Premierminister David Cameron hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die Briten 2017 über den Verbleib in der Europäischen Union abstimmen zu lassen.

Forsyth betonte, es gebe in Großbritannien keinerlei Abneigung gegen Europa. Europa sei ein Kontinent, dessen Kunst, Kultur, Musik, Literatur, Architektur, dessen Landschaften, Küchen und Menschen, die Briten mochten und bewunderten. So gesehen sei das „Gerede vom ‘Verlassen Europas’ kompletter Unsinn“. Denn die EU sei nicht Europa.

Bei der EU handle es sich um ein Projekt, über das die Briten in den vergangenen 20 Jahren schlichtweg komplett desillusioniert wurden. Die Briten schätzten Aufrichtigkeit, Souveränität und Demokratie – und Brüssel zerstöre dies alles.

Erinnerungen an die DDR

Wenn ein Großteil der verbindlichen Regeln, Gesetze, Verordnungen und Vorschriften mittlerweile von nichtgewählten EU-Bürokraten hinter verschlossenen Türen in Brüssel formuliert und anschließend von einem Pseudoparlament mit überbezahlten Mitgliedern abgeknickt würden, erinnere ihn das stark an die DDR, kritisierte Forsyth.

Demokratie sei eine zerbrechliche Pflanze. Ihre Verwirklichung erfordere einige fundamentale Kriterien. Seien diese nicht gegeben, verkomme die Demokratie zum Schein. Deswegen sei es richtig, ein Referendum über den Verbleib in der EU abzuhalten. „Wir wollen über das Schicksal unseres Landes befragt werden. Ja, wir bestehen darauf“, unterstrich der Schriftsteller. (krk)

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