Schweden

Schweden: Rassismus-Skandal um menschliche Torte

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Aktion gegen weibliche Genitalbeschneidung: Rassistische Darstellung? Screenshot: JF

STOCKHOLM. Eine Torte in Form einer nackten Afrikanerin, die auf das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung aufmerksam machen sollte, ist in Schweden zu einem Politikum geworden. Kritiker werfen den Veranstaltern Rassismus vor. Der Lobbyverband schwarzer Schweden hat daher den Rücktritt von Kulturministerin Lena Adelsohn Liljeroth gefordert, die an der Aktion teilnahm.

Der Künstler Makode Aj Linde hatte den Torso einer nackten Frau aus rotem Teig nachgebildet und mit Schokoladenglasur überzogen. Er selbst schlüpfte in die Rolle des Kopfes und schminkte sich stilisiert als Afrikanerin. Als die Ministerin und andere Teilnehmer in den angedeuteten Genitalbereich des Torsos schnitten, stöhnte Linde scheinbar unter Schmerzen auf.

Mit der stark überzeichneten Darstellung einer Afrikanerin hätten die Veranstalter rassistische Klischees bedient, lautet nun der Vorwurf. Linde – der selbst eine dunkle Hautfarbe besitzt – würde damit an die so genannten „Blackface“-Darstellungen anknüpfen, in denen weiße Schauspieler Schwarzafrikaner darstellten. Liljeroth, die der konservativen Gemäßigte Sammlungspartei angehört, hat sich bereits entschuldigt. (FA)

> Das Video der Aktion auf Youtube

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