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Medien: Amokläufer in Arizona war kein Tea-Party-Aktivist

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Sarah Palin; Foto: Wikipedia/David Shankbone

WASHINGTON. Konservative Kommentatoren haben die jüngsten Vorwürfe gegen Sarah Palin und die Tea Party wegen des Arizona-Attentats zurückgewiesen. Der amerikanischen Politikerin und der konservativen Graswurzelbewegung wird vorgeworfen, ein „Klima des Hasses“ erzeugt und die Bluttat damit ausgelöst zu haben. Hintergrund ist der Amoklauf des offenbar verhaltensgestörten 22 Jahre alten Jared Loughner in Tucson (Arizona), bei dem am vergangenen Sonnabend sechs Menschen ermordet wurden und bei dem die Kongreßabgeordnete Gabrielle Giffords schwer verletzt worden ist.

Der Wirtschaftswissenschaftler Paul Krugmann legte in der New York Times den Verdacht nahe, daß es sich um eine politische Tat handelt: „Wir haben zwar noch keinen Beweis dafür, daß dies ein politische Tat war, aber Hinweise dafür, daß es so war.“ Giffords demokratischer Abgeordnetenkollege Raul Grijalva machte Palin und die Tea Party für den Anschlag verantwortlich, weil sie die Atmosphäre vergiftet hätten.

Da sagen Amerikas Konservative

Dem widersprechen konservative Kommentatoren und Blogger. So berichtet die Webseite townhall.com Loughner sei ein Trinker und Anhänger von Verschwörungstheorien gewesen. Das Nachrichtenmagazin Newsmax schreibt unter Berufung auf Medienberichte, daß er neben „Mein Kampf“ auch das Kommunistische Manifest von Karl Marx oder den Roman „Einer flog über das Kuckucksnest“ gelesen habe. Loughner ist vom College geflogen und wurde von der Armee abgelehnt. Dort wurde während des Rekrutierungsprozesses auf seinem Bewerbungsbogen bei Glaube „keiner“ vermerkt, was kaum dafür spricht, daß er sich der stets christlich orientierten, konservativen Rechten zurechnet. Es gibt keine Beweise, die ihn in Verbindung mit der Tea Party bringen. Einer der Initiatoren der Tea Party, Judson Phillips, bezeichnet Loughner auf seiner Webseite sogar als „Liberalen“ (ergo als Linken).

Auch das moderate Wall Street Journal warnt vor voreiligen Schlüssen. Der Harvard-Juraprofessor Glenn Harlan Reynolds schreibt dort, es sei nicht legitim, wenn die Linke den politischen Gegner jetzt mit Mord in Verbindung bringe. Es seien vielmehr Sarah Palin und die Tea Party, die in Amerika zur Zielscheibe des Hasses geworden seien. Wer dem politischen Gegner die Komplizenschaft beim Mord unterstellt, der zeige „wenig Besorgnis um das Wohlergehen der Vereinigten Staaten.“ (rg)

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