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Blogger an die Front

Eine globale Meinungsumfrage, die das Institut GlobeScan im Auftrag der BBC in 21 Ländern durchführte, kürt Deutschland gerade zum zweiten Mal hintereinander zum weltweit beliebtesten Staat. Rußland, China und – als Schlußlicht – vor allem Israel sind die Verlierer. In Deutschland kommt Israel besonders schlecht weg: 65 Prozent meinen hier, daß von dort „ein eher schlechter Einfluߓ ausgeht. Nur neun Prozent der Deutschen bewerten das Land positiv – weniger als in allen anderen befragten EU-Staaten. Noch ablehnender sind lediglich Ägypter und Japaner gegenüber dem israelischen Staat eingestellt. Der Hauptgrund für das Image-Desaster wird aktuell in dessen als unverhältnismäßig eingestuften Vorgehen im Gazastreifen gesehen. In den für die Öffentlichkeitsarbeit zuständigen Abteilungen des israelischen Außenministeriums wurde man aber schon vorher aktiv: In Zusammenarbeit mit dem Integrationsministerium, das für die Integration jüdischer Einwanderer aus aller Welt zuständig ist, wurde eine neue „Teilstreitkraft“ aus dem Boden gestampft – die „Blogger-Armee“. Sie hat auch einen Namen: „Hasbara“, das hebräische Wort für „Erklärung“. Ministerialdirektor Erez Halfon aus dem Integrationsministerium ist ihr Chef. „Hasbara“, erklärte er der Jerusalem Post, „ist eine Art von staatsbürgerlicher Diplomatie, eine Mischung aus Auslandspropaganda und politischem Marketing. Es geht um die Beeinflussung ausländischer Zielgruppen mit allen dafür geeigneten Mitteln, um die Erklärung oder Verteidigung von konkreten Positionen und Verhaltensweisen unserer Regierung.“ In der Praxis geht es um die weltweite Medienbeobachtung, Auswertung, Beeinflussung und – so Halfon – „Überschwemmung“ von „problematischen“ Leserbriefspalten, von YouTube, Internnetforen, Meinungsumfragen usw. Rekrutiert wurde unter Neueinwanderern, die die Sprache und Mentalität ihrer Herkunftsländer perfekt beherrschen, und unter jüdischen Gemeinschaften weltweit. Das Ministerium war selbst vom Echo auf seinen Aufruf überrascht: Schon in der ersten Woche meldeten sich mehr als 1.000 Freiwillige, unter ihnen 350 russische Muttersprachler, 250 englische, 150 spanische, 100 französische und 50 deutsche. Sogar die Bewerbung eines chinesischen Muttersprachlers war dabei. 60 Prozent der Bewerber waren Einwanderer, zumeist aus jüngerer Zeit, bei den anderen handelte es sich um Juden aus der Diaspora, Ausland-Israelis und auch eine ganze Menge Nichtjuden, die Israel unterstützen und als „Leserbriefsoldaten“ helfen wollen. Die Rollenverteilung zwischen den beiden Ministerien ist bereits geregelt: Für die Rekrutierung der Freiwilligen ist das Integrationsministerium zuständig, für die politische und taktische Führung das Außenministerium: Immer dann, wenn die dort zuständigen Mitarbeiter in Zeitungen, Leserbriefspalten, Internetseiten oder Blogs israelkritische Trends aufspüren, erhalten die Blogger-Truppen den Befehl zum Angriff, um – wie es das israelische Y-Net formuliert – „das feindliche Medium mit Pro-Israel-Meinungen zu überschütten“.

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