Integration gefordert

Während in Deutschland die Polemik der türkischen Tageszeitung Hürriyet gegen die „Germanisierung“ türkischer Schüler an einer Berliner Schule gleich eine aufgeregte Sprachendiskussion auslöst, hat man im oberösterreichischen Linz etwas andere „Integrationsprobleme“. An der dortigen Otto-Glöckl-Volksschule tobt nämlich ein besonderer Kopftuchstreit. So sollen sich die Lehrerinnen künftig mehr an der Leitkultur der zu drei Vierteln aus Einwandererfamilien stammenden Schüler orientieren und ihre schamhafte Haartracht mit Kopftüchern verhüllen. Dies forderten jüngst drei moslemische Väter aus Tschetschenien und Bosnien, denen auch gleich ein ominöser „muslimischer Lehrerverein“ zur Seite stand. Schwimmunterricht und Gesangsauftritte -dies sei „Prostitution“ – möchten sie genauso abgeschafft wissen wie „öffentliche Ermahnungen“ ihrer Söhne durch das weibliche Lehrpersonal. Ferner müßten letztere auf eine „Sie“-Anrede verzichten, die sie „als Frauen nicht verdienten“. Eine Lehrerin wandte sich darauf an die Personalvertretung. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer machte diese Eingabe prompt zur Chefsache: Das Anliegen bezeichnete er als „Wahnsinn“, und ein Vater zeigte sich im direkten Gespräch mit ihm schließlich sogar „einsichtig“. Nun sollen Lehrerinnen bei ähnlichen Forderungen gleich die „nächsthöhere Instanz“ einschalten.

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