Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Bismarck im Reichstag

Bis zu seiner Entlassung im März 1890 hielt Otto von Bismarck manch bedeutsame Rede im Reichstag, so zum Beispiel über die Notwendigkeit der einzuführenden Sozialgesetzgebung. Nun zieht nach mehr als 115 Jahren mit seinen Ururenkel Carl-Eduard wieder ein Bismarck nach Berlin – diesmal in den vom Ururgroßvater 1884 begonnenen und 1894 fertigegestellten Wallot-Bau. Grund dieses Ereignisses ist das Zustandekommen der Großen Koalition mit dem schleswig-holsteinischen CDU-Vorsitzenden Peter Harry Carstensen als neuem Ministerpräsidenten. Dieser hatte bei der Bundestagswahl 2002 das einzige CDU-Direktmandat zwischen Eider und Förde gewinnen können, welches er nun niederlegte. Für ihn rückt der älteste Sohn des Familienoberhauptes Fürst Ferdinand von Bismarck nach. Noch vor drei Jahren scheiterte der Geschäftsführer der familieneigenen Güter und Geschäfte im Sachsenwald mit ebendieser Absicht, als er sich für die CDU mit dem Wahlspruch „Tradition und Innovation“ um ein Bundestagsmandat für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg-Stormarn-Süd bewarb: Er unterlag dem SPD-Kandidaten Thomas Sauer. Doch selbst damit brach er keine Familientradition: Schon sein Urgroßvater Herbert verlor trotz eines väterlichen „Kanzlerbonus“ 1878 die Wahl für den Vertreter Lauenburgs in Berlin – damals noch gegen einen Liberalen.

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