Präventive Kritik

Noch hat er kein einziges Wort gesagt, da wollen ihm seine Gegner am liebsten präventiv den Mund verbieten. Kaum ließ der Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann im Mitteilungsblatt seiner hessischen Heimatgemeinde Neuhof ankündigen, auch in diesem Jahr die Festansprache zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober halten zu wollen, erntete er kritische Reaktionen. „Ich würde es begrüßen, wenn Martin Hohmann aus eigener Einsicht am 3. Oktober keine Rede zum Thema Patriotismus halten würde, weil die Wunden für ihn selbst, für die Region und die CDU noch nicht verheilt sind“, erklärte der CDU-Landtagsabgeordnete Rolf Müller auf einer Parteiveranstaltung. Und Neuhofs Bürgermeisterin Maria Schultheiß (CDU) ließ verlauten, sie wolle an der Feierstunde nicht teilnehmen. „Man sollte die Narben der letztjährigen Rede nicht gewaltsam wieder öffnen“, mahnte Müller. Nach einer beispiellosen Medienkampagne war Martin Hohmann im letzten Herbst wegen seiner gewollt mißverstandenen Rede zum Nationalfeiertag aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ausgeschlossen worden (die JF berichtete mehrfach). In diesem Jahr will Hohmann, der seit 1990 in ununterbrochener Folge die Festansprache hält, „mit Realismus, Optimismus, aber vor allem mit großer Zuneigung zu unserem Vaterland Schlaglichter auf den Zustand unserer Nation werfen“, wie es in einer Erklärung auf seiner Internetseite heißt. Dieses Signal sei nötig, so Hohmann, um der Skandalisierung nicht nachzugeben und der Meinungsfreiheit zu dienen.

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