„Eine bösartige Religion“

Zehn Tage vor Weihnachten wurde Nick Griffin verhaftet. Vier Polizisten in Zivil rissen den Familienvater am 14. Dezember gegen halb sieben Uhr morgens in seinem walisischen Bauernhaus aus dem Bett und nahmen ihn zum Verhör mit auf die Wache nach Halifax im benachbarten West-Yorkshire. Am Abend desselben Tages wurde er gegen Kaution freigelassen und muß am 4. März vor Gericht erscheinen. Griffin ist Vorsitzender der rechtsgerichteten British National Party (BNP), die bei den letzten Kommunalwahlen einige Erfolge in nordenglischen Städten mit extrem hohem Ausländeranteil erzielen konnte. Bei den Europawahlen 2004 wäre der BNP sogar fast der Sprung ins EU-Parlament gelungen. Dem 45jährigen Cambridge-Absolventen Griffin sowie einer Reihe seiner Parteikollegen, darunter auch dem mittlerweile 70jährigen BNP-Gründer und langjährigen Vorsitzenden John Tyndall, der zwei Tage zuvor ebenfalls festgenommen wurde, wird „Anstachelung zum Rassenhaß“ vorgeworfen. Griffins Vergehen, belegt durch einen verdeckt gedrehten Film des BBC-Reporters Jason Gwynne, der die Partei sechs Monate lang unterwanderte: Er hatte bei einer Versammlung den Islam eine „bösartige, böse“ („vicious, wicked“) Religion genannt und dessen Anhänger einer „massiven Vergewaltigungswelle“ bezichtigt, mit der sie ihren Glauben in westlichen Ländern zu verbreiten trachteten. Bereits unmittelbar nach der Ausstrahlung von Gwynnes Dokumentation „The Secret Agent“ am 15. Juli hatte Griffin bekundet, er wäre „hocherfreut“, wenn der (inzwischen wegen einer Affäre um die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung für das Kindermädchen seiner Ex-Freundin zurückgetretene) damalige Innenminister David Blunkett ihm einen „Schauprozeß um das Recht, vor den Gefahren des Islam zu warnen“, machen würde. Nun bekräftigte er, seine Verhaftung sei ein „politisch motivierter“ Versuch gewesen, einen „gefährlichen politischen Rivalen“ zu „dämonisieren“ und die Chancen der BNP bei den Parlamentswahlen im kommenden Jahr zu beeinträchtigen. „Nach den Wahlen wird die Anzeige gegen mich zurückgezogen werden“, prophezeite Griffin. Doch angesichts der im Namen des Islam begangenen blutigen Terrorakte von New York über Madrid bis zum jüngsten Amsterdamer Mord stellen sich inzwischen nicht nur BNP-Anhänger, sondern immer mehr Briten die Frage, ob diese Religion im Kern nicht doch eine „bösartige, böse“ ist. „Islam bedeutet Frieden“, behaupten offizielle muslimische Vertreter. Das arabische Wort „Islam“ heißt aber übersetzt: „Unterwerfung, Hingabe an Allah“! Ein Blick in den Koran offenbart: Gläubige Moslems sollen den Ungläubigen „töten, wo immer man ihn zu fassen bekommt“ (Sure 2, 191). Es ist vorgeschrieben „zu kämpfen, auch wenn es euch widerwärtig ist“ (Sure 2, 216). Auf die, die dem falschen Glauben angehören, warten grausame Strafen: „Als die schlimmsten Tiere gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und auch nicht glauben“ (Sure 8, 55). Auch die Nachbarn sollten sich hüten, denn Allah ruft seinen Anhängern zu: „Kämpft gegen diejenigen von den Ungläubigen, die euch nahe sind! Sie sollen merken, daß ihr hart sein könnt“ (Sure 9, 123). Multikultureller Gesinnungsstaat Im klassischen Musterland wohltemperierter Liberalität wird aber nun ein britischer Staatsbürger verhaftet, weil er den Islam als „vicious, wicked“ bezeichnet. Der multikulturelle Gesinnungsstaat verfolgt offenbar eine geteilte Strategie. Ohne Gnade geht er gegen tatsächlich oder angeblich „rassistische“ Meinungsdelikte vor, Milde läßt er aber gegenüber ausländischen oder eingewanderten Hetzern walten. So konnten in obskuren britischen Moscheen über Monate und Jahre radikale Predigergestalten ungestört agitieren. Der berüchtigte Imam vom Finsbury Park, Scheich Abu Hamza, schwadronierte beim Freitagsgebet davon, den ungläubigen Briten „die Gedärme ausreißen“ zu wollen. Hamza, ein ägyptischer Asylbewerber mit Eisenhakenhand und Augenklappe, wurde allenfalls einmal aufs Polizeirevier gebeten und befragt, bezog ansonsten aber über Jahre unbehelligt Sozialhilfe. So wächst im Schoß der ohne Zweifel gewaltabgeneigten Mehrheit der Moslems eine gefährliche Fraktion von Fanatisierten. Vor Beginn des Irak-Krieges kursierten dazu in London Warnungen des Geheimdienstes, im Land gebe es rund 500 moslemische Extremisten, die in Lagern der Taliban eine militärische Ausbildung durchlaufen hätten – lauter tickende Zeitbomben. Die Einwanderungsländer des Westens stehen vor einer klaren Alternative: Sie können entweder ihre historischen Errungenschaften wohlverstandener Liberalität verteidigen. Dazu gehört vor allem die Meinungsfreiheit, die auch Religionskritik umfaßt – was mußten und müssen sich Christen nicht alles an verletzender Kritik und Spott gefallen lassen? Oder sie können aus falschverstandener multikultureller Toleranz oder Angst vor Anschlägen ihre Freiheit und Kultur aufgeben.

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