Reformfreudig

In der gegenwärtigen Debatte um Reformen der sozialen Sicherungssysteme werden dem Volk für die Zukunft Blut-Schweiß-und-Tränen-Opfer angedroht: als „Arbeitslosengeld II“ umdeklarierte Sozialhilfe für längere Zeit Erwerblose, Rente mit 67 und vieles mehr. Auf Landesebene interpretiert man Reformfreudigkeit jedoch etwas anders als bei den Berliner Parteifreunden – besonders wenn es um die vermeintliche Wählerklientel geht. Die Grünen in Hannover plädierten kürzlich dafür, „daß Lehrerinnen und Lehrer auch künftig mit 56 Jahren in Altersteilzeit gehen können“. Den Beschluß der CDU-Fraktion, die Grenze auf 59 Jahre hochzusetzen, bezeichnete die Grüne Ina Korter als „kurzsichtig“. Neben der „besonders hohen Belastung“ der Lehrkörper spreche auch für die frühe Altersteilzeit, daß es damit „gelungen sei, den Anteil der Frühpensionierungen zu senken“ – und das spare schließlich viel Geld ein. Leider werden niedersächsische Milchmädchen erst mit 65 Jahren verrentet.

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