Rechte Haken

Die lange Winterpause scheint nicht nur den Fußballfans, sondern auch den Profis mächtig auf die Nerven zu gehen. Es häufen sich die Meldungen von teilweise rüden Fouls während der zahlreichen Testspiele, mit denen sich die Mannschaften in Form zu bringen versuchen. Höhepunkt war in der vergangenen Woche ein veritabler Boxkampf zwischen HSV-Stürmer Ivica Olic und dem Hoffenheimer Carlos Eduardo. Von einem rechten Haken und einer klassischen Linken wissen Beobachter zu berichten – und von zwei roten Karten. Diese winterliche Eskalation ist bedauerlich, denn eigentlich gehört das gepflegte Foul genauso zum Fußball wie der Ball. Ohne den Kampf, ohne den Körpereinsatz auch über die Grenze des Erlaubten hinweg verlöre der Fußball viel von seiner Faszination. Dabei darf es natürlich nie so weit gehen, daß sich Spieler ernsthaft verletzten. Denn was beispielsweise im August 1981 passierte, sollte die Ausnahme bleiben. Damals blieb Ewald Lienen nach einer heftige Attacke mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Der Bremer Norbert Siegmann hatte den Bielefelder mit den Stollen den Oberschenkel bis zum Knochen aufgeschlitzt und beschwichtigend erklärt: „Meine Güte, ich habe immer 1000 Prozent gegeben.“

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