Perspektivlos

Machtspielchen und gekränkte Eitelkeiten sind so recht nach dem Geschmack der Dresdner. Nur keine Kompromisse eingehen und wenn, im allerletzten Moment, halbherzig – vielleicht gibt es ja noch ein Hintertürchen? So war es beim Streit um den Bau der mit dem Weltkulturerbetitel unverträglichen Elbbrücke, so ist es beim gegenwärtigen Stadionstreit um Dynamo. Wo errichtet man anderswo Fußballern ein neues Stadion, um festzustellen, daß sich dieses der Drittligist gar nicht leisten kann, will er sich einen konkurrenzfähigen Spielerkader erhalten? Als sich die Landeshauptstadt weigerte, jährlich eine Million Euro zuzuschießen, drohte der Traditionsverein, ins Leipziger Zentralstadion umzuziehen. Prompt warnten Polizei und Dresdner Fans vor einer neuen „Völkerschlacht“ zwischen den Erzrivalen. Als Lok-Leipzig-Präsident Steffen Kubald darauf verwies, daß sich der gesamte sächsische Fußball lächerlich mache, wenn Dresden erst ein Stadion baue, um Dynamo dann in Leipzig spielen zu lassen, wurde doch ein Kompromiß gefunden – allerdings eine Übergangslösung für ein Jahr. Dann wird der Streit wieder von vorn beginnen. Noch, so Sportdirektor Ralf Minge, hat Dynamo weder wirtschaftlich noch sportlich eine Perspektive.

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