Die Briten brauchten Wochen, um das Geheimnis zu lüften

Die Unterwasser-Legenden der deutschen Kriegsmarine beschränken sich nicht länger auf fiktionale Kassenschlager und Straßenfeger wie „Das Boot“, welches dem KaLeu Jürgen Prochnow den Absprung nach Amerika ermöglichte. Ein reales Geschehen, das buchstäblich vom Grund der Geschichte heraufgeholt wurde, manifestiert sich in dem von den Deutschen entwickelten ersten Tarnkappen-U-Boot der Welt „U 480“, das Ende des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz gekommen war. Dessen Wrack wurde erst 1998 entdeckt und wird nun, zehn Jahre später, der Öffentlichkeit präsentiert. Die aufwendige Dokumentation von John Ruthuven und Peter Bardehle begleitet die erste Tauchexpedition nach „U 480“. Mit Hilfe des Berliner U-Boot-Historikers Axel Niestlé wird das Schicksal von Jägern und Gejagten rekonstruiert. Vor die Kamera tritt beispielsweise der ehemalige Rudergänger des U-Boots Horst Rösner. Wenngleich in anglophiler Anwandlung des Pressetexts vom sogenannten „Stealth“-Mechanismus die Rede ist, verbirgt sich dahinter ein Prinzip ursprünglich germanischer Mythologie: die Tarnkappe des Alberich aus dem Nibelungenlied. Beim U 480 bestand diese aus einem kompletten Gummi-Überzug, in den kleine Löcher eingearbeitet waren. Hierdurch wurde das U-Boot für das englische Sonar unsichtbar, die von den Kriegsschiffen ausgesandten Schallwellen konnten das U-Boot nicht mehr orten, die Wasserbomben hatten kein Ziel. Auf seiner ersten Ausfahrt in den Ärmelkanal versenkte U 480 gleich vier Schiffe. Obgleich die Briten den geheimen Funkverkehr der Deutschen abhören und entschlüsseln konnten, benötigten sie mehrere Wochen, um hinter das Geheimnis zu kommen. Als es gelüftet war, begann die dramatische Jagd auf das Tarnkappen-U-Boot, die – ausgerechnet mit einer simplen Kriegslist – zu seinem Untergang führte.

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