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Leben hat Gewicht

Rund 1,4 Millionen Jugendliche leiden nach jüngsten Erkenntnissen unter einer Eßstörung. Das heißt, jedes fünfte Kind in Deutschland weist zumindest Symptome von Mager-, Eßbrechsucht oder Adipositas (krankhafter Fettsucht) auf. Der Magerwahn ist beinahe so alt wie die Bundesrepublik und fand im frühen Popidol Twiggy sein erstes Idol. Unter betroffenen jungen Frauen wird zum Teil ein wahrer Kult um die so fiesen wie geliebten Freundinnen Ana (Anorexie, also Magersucht) und Mia (Bulimie) getrieben. Die Ministerinnen von der Leyen, Schavan und Schmidt haben falsche – weil unnatürlich dünne – Leitbilder in Werbung und Medien als Hauptursache dieser Zivilisationskrankheiten ausgemacht und inmitten der für die Zielgruppe qualvollen Plätzchen- und Stollenzeit eine Initiative ausgerufen: "Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn." Informationen über die jeweiligen Krankheitsbilder sollen leichter zugänglich gemacht werden, entsprechende Werbeagenturen und Internetauftritte (berüchtigt sind die magersuchtverherrlichenden Pro-Ana-Seiten) Kritik und strenger Prüfung unterzogen werden. Daneben soll über Sportvereine ein positives Körperbild ins Blickfeld der Betrachter gerückt werden. In der Tat: magere Zeiten, erst recht für Heranwachsende!

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