Fotos ohne Namen

Am Vortag der Bundestagsentscheidung über die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes titelte die Frankfurter Rundschau mit der Frage: „Ist es das wert?“  Dazu waren 21 Kästchen abgebildet, in denen die gefallenen Soldaten gezeigt und namentlich genannt wurden. Zehn Kästchen blieben leer, nur der Name war zu sehen. Es liegen nicht einmal Bilder der toten Soldaten vor. Wir können froh sein, die Namen zu kennen. Andere Quellen sprechen übrigens von weiteren gefallenen Bundeswehrsoldaten (26 oder 27). So genau weiß das niemand. Und die Regierung verhindert, daß die Öffentlichkeit  informiert wird. Vor einem Jahr hielt Stern-Mann Ulrich Jörges einen Vortrag vor Studenten, in denen er die Schwierigkeiten schilderte, die er hatte, als er versuchte die Gesamtzahl der getöteten Bundeswehrsoldaten herauszubekommen. Da wird von oben gemauert, verdrängt, geschwiegen. Das zeigt, daß es heuchlerisch ist, wenn die politischen und militärischen Oberbefehlshaber unserer Armee zwar eine Gedenkstätte für getötete Soldaten bauen wollen, aber uns gleichzeitig mit der Zahl der Gefallenen im Dunkeln tappen lassen.

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