Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Tragen und kompostieren

Es gibt kompostierbare Trinkbecher und kompostierbare Einkaufstüten aus Reis- oder Maniokstärke. Ja, sogar in einer kompostierbaren Urne kann man sich bestatten lassen. Aber das ist beileibe nicht alles, was man zum Leben braucht. Wenn Sie mal wieder über Nachbars Gartenzaun schauen und dort ein Wäschestück auf dem Mist liegen sehen, rufen Sie ihn bitte nicht an. Das T-Shirt hat es nämlich nicht von der Wäscheleine geweht, sondern es liegt absichtlich dort. Es handelt sich dabei um die neueste Kreation aus dem Hause Trigema (zusammen mit dem Umweltfor-schungsinstitut EPEA) und ist zu einhundert Prozent biologisch abbaubar. Fieberhaft wird bereits mit weiteren Produkten der Zivilisation experimentiert, die in den Naturkreislauf rückgeführt werden sollen, ohne dabei Spuren zu hinterlassen. Im Gespräch ist ein biologisch abbaubares Telefon. Hoffentlich baut dies sich nicht während eines wichtigen Geschäftsgesprä-ches ab. Doch Bangemachen gilt nicht! Auch Trigema versichert, daß es zu einem solchen Umstand – formulieren wir es kleistisch – niemals kommen wird: zur allmählichen Verfertigung (Auflösung) der Gedanken (des T-Shirts) beim Reden (Tragen).

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