DFB-Plüschkrähe „Paule“

Flanke, Schuß, Tor! Während sich Schütze und Mitspieler wie Kinder gebärden, mit Tanz an der Eckfahne oder Trikot überm Kopf, fällt der Gegner von einer depressiven Erstarrung in die nächste. Und als wäre das nicht bereits Schadenfreude genug, stimmen ausgewachsene Plüschtiere in den Jubel mit ein: Bären, Krokodile, Dinosaurier. Maskottchen nennen sie sich und tragen alberne Namen. Goleo etwa, der an die Sesamstraße erinnert, ist Kuscheltier der WM 2006. Der plüschige Löwe weist zwar weder Hose noch äußere Geschlechtsmerkmale auf, schleppt dafür jedoch einen Ball namens Pille herum. Mußte Goleo etwa auf sein bestes Stück verzichten, damit Pille ein Gesicht bekam? Oder handelt es sich lediglich um ein pädagogisches Pillepalle der Veranstalter, Kicker wie Oliver Kahn davon abzubringen, von „Eiern“ zu reden oder von Dingen, die „hochsterilisiert“ werden? Schließlich pflanzen sich die flauschigen Stoffel auch so fort. Jüngstes Erzeugnis: Plüschkrähe Paule, die den deutschen Adler mimen soll. Immerhin, das neue Maskottchen des DFB-Teams sieht so aus, wie die Kicker derzeit spielen: harmlos, ohne Esprit und – wie Kahn sagen würde – ohne …

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