Das Interessante liegt so nah

Wenn es um Europa geht, schrillen bei vielen Deutschen die Alarmsirenen. Schon ist das Bild von entrückten EU-Bürokraten, genormten Gurken, vergessenen Butterbergen oder entnervenden Euro- und Verfassungsdebatten im Kopf: ein Negativbildbild, das in den alltäglichen Nachrichten noch bestätigt wird. Europa ist „out“, sagten sich auch die ARD-Programmgewaltigen und plazierten das Europamagazin auf einen undankbaren Sendeplatz: sonnabends 16 Uhr. Die Zeit, in der der gemeine Bundesbürger sein Auto wäscht, den Einkauf tätigt oder Fußball schaut. Verkehrte Welt? Während das ZDF-Auslandsjournal und der ARD-Weltspiegel jeweils donners- und sonntags zur besten Sendezeit aus aller Welt berichten, scheint das nahe TV-Europa fern. Zu Unrecht. Ein Blick über den Gartenzaun ist oftmals hilfreicher als der weit entschweifende. Seit Oktober 1989 informiert das ARD-Europamagazin interessant, umfassend und hintergründig über die Politik in Europa. Ob der Ehrenmord in Italien, ob der arme Nachbar Karelien oder der „unbefangene“ polnische Krimi-Autor Marek Krajewski, der „ganz ohne Berührungsängste das deutsche Breslau vor dem Krieg“ beschreibt, die Themen des Europamagazins sind vielfältig. Die 25minütige Sendung wird jeweils im wöchentlichen Wechsel vom SWR und WDR ausgestrahlt und von Michael Matting und Rolf-Dieter Krause moderiert. Derselbe Rolf-Dieter Krause hat 1992 das Buch „Europa auf der Kippe – 14 Argumente gegen den Vertrag von Maastricht“ herausgebracht.

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