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Cosi fan tutte

Keine zweihundertfünfzig Jahre auf der Welt und schon feiern wir das größte Wunder unserer abendländischen Kultur. Mozart, wer kennt ihn nicht, ist wahrlich allgegenwärtig. Im Russischen hat er als deutsches Lehnwort „Wunderkind“ ein sprachliches Denkmal erhalten, Wien und Salzburg sind voll von Mozarthäusern, Mozartstraßen, Mozartplätzen, und Mozartkugeln sind der Exportschlager schlechthin. Daß der dort Abgebildete nichts mit dem historischen Mozart zu tun hat, stört dabei niemanden. Mozart verkauft sich. Salzburg hat sich für eine wahre Invasion von Mozartianern aus aller Welt gerüstet. Vor allem Japaner und Amerikaner sind begehrte Opfer der Salzburger Devotionalienhändler, die alle Regeln des guten Geschmacks verachtend, den Apostoli Amadei den letzten Kitsch unterjubeln werden. Gespannt darf man auch auf die den Kommerz begleitenden Festspiele sein, denn sehr wahrscheinlich dominiert die „Begleitmusik“ das musikalische Geschehen. Dies gilt besonders an der Pralinenfront, die heißer umstritten ist als die Frage nach dem korrekten Köchel-Verzeichnis. Bei diesem Trubel muß man sich wohl die (Mozart-)Kugel geben. Aber so machen es ja bekanntlich alle.

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