Vorwärts in die fünfziger Jahre

Das ZDF macht’s möglich: einen bildungspolitischen Quantensprung. Nach den skandalösen Ergebnissen der Pisa-Studie, die uns zeigten, wie schlecht es heutzutage im Land der Dichter und Denker um die Schulbildung bestellt ist, wurde von einer Produktionsfirma mit dem bezeichnenden Namen „Tresor Entertainment“ eine Schulklasse für mehrere Wochen in das Jahr 1954 versetzt, wo der Rohrstock für Zucht und Ordnung sorgt. 1954, das war auch der Gewinn der Fußball-WM, und die Jungs um Sepp Herberger verkörperten – unabhängig vom etwaigen Abitur – den lateinischen Ausspruch „Mens sana in corpore sano“. Heute kann diese Weisheit offensichtlich erst in einem „Bildungsexperiment der ganz besonderen Art“ vermittelt werden. Sehen wir also ein – bildungspolitisches – Wunder von fern? Wo der Rohrstock für Zucht und Ordnung sorgt Unter dem Titel „Die harte Schule der 50er Jahre“ wird ab dem 19. Mai jeweils donnerstags um 19.25 Uhr der Schulalltag einer 24köpfigen Klasse dokumentiert, die auf Burg Hohenfels (Internat Salem) durch autoritäre Lehrer und strenge Regeln an ein „Lernen wie zu Adenauers Zeiten“ herangeführt werden soll. Nach diesem Kriterium scheint auch die Auswahl der 16- bis 17jährigen Schüler(innen)erfolgt zu sein: Alle stammen aus Westdeutschland. Schade, ein total(itär)er Fahnenappell hätte dem ganzen Format doch ein gesamtdeutsches Gepräge geben können. Das ZDF bezieht sich auf das englische Original „That’ll teach ‚em“. – Alle ’68er mögen jetzt erschrocken Pink Floyd zitieren: „Hey, teachers, leave them kids alone!“

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